Mit der nahezu weltweit gleichgeschalteten Etablierung diktatorischer, faschistischer und zutiefst inhumaner Rechtssysteme im Kampf gegen ein angeblich gefährliches Virus, wurde ein Novum in der Politik der Postmoderne gesetzt: Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges musste sich der westlich, vermeintlich zivilisierte Bürger mit keinen derartigen Freiheitsberaubungen auseinandersetzen, mit diesen leben oder diese auch bekämpfen. Erschwerend begleitet der Umstand, dass sich die Nachkriegsgenerationen durch den relativen Wohlstand und Frieden sowie der jahrzehntelangen Wissenschafts- und Medienpropaganda zu saturierten und in vielen Bereichen staatlich alimentierten Befehlsempfängern, schlicht unkritischen und entmündigten Geistern wandelten, ganz im Gegenteil zu den Generationen vor und im Krieg, die weitgehend noch widerständiger und selbstversorgter ihr Leben zu pflegen wussten. Wir mussten in der Phase der Postmoderne, die politisch und gesellschaftlich ab den 1960er Jahren zu verorten ist, selten bis nie für grundlegende Rechte kämpfen, oder um ernsthafte Represallien fürchten, auch, weil Systemkritik in unseren Breitengraden etwas sehr seltenes und wenn, dann oberflächliches geworden ist.

Es scheint, als ob ein globaler Kommunismus unter einer neuen Fasson auftritt – jene der Gesundheit – und nun seinen Siegeszug antritt, diesem jedoch die Inhärenz der gleichen Archetypen, Logiken und Mechanismen früherer Zwangssysteme innewohnt, diese sich jedoch wie immer in neuen Formen, Sprachen, Gesten, Symbolen, Personen und Glaubenssätzen präsentieren. “Die Realität geht Hand in Hand mit der Fiktion”, ist ein oftmals augenzwinkernd getätigter Ausspruch angesichts schwer zu verstehenden oder akzeptierenden gesellschaftlichen Vorgängen. Wie es nun aber offensichtlich ist, geht die Realität Hand in Hand mit der Dystopie, die nie eine Fiktion war, sondern immer ein bedrohlicher Schatten der scheinbaren Normalität blieb. Konfrontiert mit Staaten und politischen Systemen, die ob ihrer zur Maxime getriebenen Volatilität mittlerweile zu allem Unmöglichen fähig scheinen, bleibt die Frage: Was kann der Einzelne, als Keimzelle gesellschaftlichen Zusammenlebens, dagegen unternehmen? Denn der Widerstand gegen autoritäre Systeme ist geradezu eine Pflicht, wie schon John Locke in seinem Second Treatise of Government schrieb. Nun, dankenswerterweise kennt der historisierte Widerstand viele Formen und Möglichkeiten des Wirkens gegen unterdrückende Systeme und jene, die sich gerade anschicken, solche zu werden. Wir möchten daher einige aus libertärer Perspektive aufzeigen, da dem Libertarismus seit jeher der Kampf gegen den Staat und seine Unterdrückungsmechanismen inne wohnt und er auch daraus seine hauptäschliche Legitimation ableitet. Die Umsetzung und Nachahmung folgender Beispiele – die allesamt als Gedankenexperimente angesehen werden – obliegt natürlich dem Leser.

Die reale Dystopie bekämpfen

Zunächst muss verstanden werden, dass wir es mit einer hybriden Form der Dystopie, einer Kriegsführung gegen unser Selbst zu tun haben. Wir werden auf mehreren Ebenen angegriffen und gesteuert. Auf der inneren/geistigen/persönlich-emotionalen/metaphysischen Ebene, also jener, die unsere Gedanken, das Bewusste, aber auch das Unbewusste betrifft. Dann natürlich auf der physischen/körperlichen/”realen” Alltagsebene. Und darüber hinaus auf der zunehmend mit allen eben genannten Ebenen verschmelzenden surrealen/digitalen/künstlichen Ebene, die eine Grenzziehung zwischen Künstlichkeit und Natürlichkeit, Zwang und Freiheit, Selbstbestimmung und Fremdbeherrschung mittlerweile nahezu unmöglich macht. Es scheint, als ob unsere natürlich angeborene Freiheit, unsere Vollkommenheit gleichzeitig Gefahr und Energiequelle für Mächte darstellt, die uns nur scheinbar überlegen sind und diese Mächte nun in einem Akt der Verzweiflung, der Ausweglosigkeit, die letzten Reste dieser an sich ketten möchten.

Erschwerend kommt für uns hinzu, dass viele Mitmenschen, auch im engsten Angehörigenkreis, auf einer oder mehreren Ebenen bereits “aufgegebenen” haben und sich der Fremdbestimmung opferten bzw. irgendwann ganz einfach an das System verloren wurden. Die Folge davon ist, dass sie diese Fremdbestimmung aus einer Mischung aus Verblendung, Desillusionierung, Angst, Stolz und Scham verteidigen und rechtfertigen. Sie werden es in der ein oder anderen Form kennen: desinformierte, neurotisierte, emotionalisierte, in Angst und Panik versetzte Menschen, die auf einer emotionalen Ebene in den Angriffsmodus wechseln, sobald man ihnen auch nur ganz sachlich seine Meinung zu gewissen Vorgängen kundtut, insbesondere wenn es um Themen wie Freiheit, Sicherheit und Gesundheit geht. Gerade bei diesen Themen wurde die Masse subtil darauf konditioniert, vorgefertigte Glaubenssätze, die sich ausschließlich an der politischen Philosophie der positiven Freiheit orientieren, zu vertreten und zu verteidigen. Diesen Menschen mit Vernunft und Logik, mit Evidenz und Sachlichkeit zu begegnen, ist verschwendete Energie. Ganz besonders in Hinblick auf Debatten zum Coronavirus. Denn in diesem speziellen Fall handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine kollektive Massenpsychose, die durch eine Mischung aus Angst und falsch aufgefasster Verantwortung ausgelöst wird. Es scheint, als wären Menschen, die Corona-Maßnahmen/Verbote verteidigen, plötzlich in eine Art Schizophrenie verfallen und würden jegliche Rationalität durch eine schädliche Emotionalität austauschen, die als Nebeneffekt eine kritiklose Hinwendung zum Autoritarismus begünstigt. Die Psychologie der Massen lieferte schon vor geraumer Zeit eingehende Erklärungsmodelle dafür. Es liegt daher an uns, freiheitsliebende Mitmenschen zu finden und uns mit jenen zu vernetzen, mit denen man gemeinsame Schnittmengen besitzt. Gleichgesinnte, auch wenn es nur wenige sind, können effektiver agieren, weil Grundsatzdiskussionen nicht mehr ausgefochten und Wertvorstellungen nicht mehr geklärt werden müssen. Dabei muss nicht zwangsläufig ein gleiches Ziel antizipiert werden, aber der gemeinsame Weg zu den individuellen Zielen wird mit gegenseitiger Unterstützung einfacher zu bewältigen sein.

Da das System uns an einer breiten Front angreift und verletzen kann, müssen Gegenstrategien und Widerstand ebenso breit gefächert sein:

  • Auf die Methoden des Agorismus setzen und sich mit den Logiken und Vorteilen des Schwarzmarktes vertraut machen bzw. anfreunden. Die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, wie sie Henry David Thoreau propagierte, sollte parallel dazu ein Leitbild aller Aktivitäten werden. Hier unsere ausführliche Rezension des wegweisenden Textes.
  • Konsum zielgerichtet einsetzen. Dort kaufen, wo man weiß, dass keine Gefahr für die Freiheit mitfinanziert wird, also lokal, regional, bei Menschen die man kennt und denen man vertraut, anonym, am besten so weit wie möglich selbst versorgen und Vorräte anlegen (Permakultur und Preppen). Rekurrierend auf Schwarzmärkte, auf diese zurückgreifen, sollten von staatlicher Seite Betretungs-, Kauf-, oder sonstige Verbote für Menschen (z.B. “Impfverweigerer”) oder ganze Branchen auferlegt werden.
  • Ebenso sollte die Wehrhaftigkeit nicht außer Acht gelassen werden. Der Besitz von und der geübte Umgang mit Waffen zählt ebenso dazu, wie körperliche Fitness, aber auch das Wissen um Überlebenspraktiken und Verhalten in Not,- Krisensituationen. Sie können z.B. im Internet rasch und einfach nach Anleitungen für Waffen aus dem 3D-Drucker suchen. Die Technolgie ist mittlerweile so weit ausgereift, dass die Blaupausen “echte” Waffen 1-zu-1 in punkto Sicherheit und Effektivität kopieren. Der Vorteil: es ist wesentlich günstiger als die Beschaffung von herkömmlichen Waffen und von Behörden, dank fehlender Seriennummern, nicht überwachbar.
  • Darauf aufbauend sind Köper und Geist möglichst in Balance zu halten. Ein ruhiger Geist ermöglicht einen zähen, wehrhaften Körper und vice versa. Meditieren Sie, konzentrieren Sie sich auf das Wesentlichste im Alltag, vermeiden Sie Massenmedien und andere Ablenkung. Wer den Fokus behält und sich von seinen Zielen nicht abbringen lässt, ist für den Feind schwerer einzuschätzen und folglich auch schwerer zu besiegen. 
  • Lernen Sie die Psychologie der Masse zu verstehen, ebenso wie jene von Eliten und Herrschenden (es gibt dazu genügend Literatur und Videomaterial). Es erleichtert den Umgang mit beiden Gruppierungen, gewisse Entwicklungen können zudem vorhergesehen und abgeschätzt werden. So tendieren Menschen natürlich eher Narrativen zu folgen, die ihre eigene Weltanschauung bestätigen, um ein simples Beispiel zu nennen. Bleiben Sie zudem zu jeder Zeit so gut es geht über das politische Weltgeschehen ebenso informiert, wie über den weltweiten Widerstand, egal in welcher Form er auftritt.
  • Bilden Sie mit Gleichgesinnten lokale Gruppierungen, die sich regelmäßig treffen, austauschen und für gewisse Szenarien vorbereiten (Auswanderung, Selbstversorgung/Autarkie, Bürgerkrieg, Krise, Homeschooling etc.). Auch das Miliz-System der USA kann eine Anregung für ähnloche Vorhaben bieten.
  • Setzen sie alleine oder mit diesen Gleichgesinnten so oft es geht Zeichen des zivilen Ungehorsams. Blockieren Sie, besetzen Sie, boykottieren Sie, verweigern Sie Vorgaben, demonstrieren Sie, wandern Sie aus, usw. Ziviler Ungehorsam ist ein wirkmächtiges Instrument, um die Legitimationsbasis unterdrückender Systeme öffentlich zum Erodieren zu bringen. Denken Sie an Rosa Parks, Ghandi und Co. Das Widersetzen von menschenunwürdigen Vorgaben zieht zwar Konsequenzen mit sich, doch für die innere, absolute Freiheit haben diese keine Folgen. Was sind schon Strafen, Verfahren, Ermahnungen, Haft verglichen mit der Wirkraft seiner eigenen Überzeugung, wenn man diesen vollends folgt. Viele Mitmenschen werden dem Beispiel des zivilen Ungehorsams folgen. Im konkreten Falle der Corona-Verbote, können die Maßnahmen größtenteils ignoriert werden. Tragen Sie keine Maske, bewegen Sie sich frei, treffen Sie andere Menschen, lassen Sie ihre Kinder in Freiheit leben. Strafen und Repressionen deshalb können immer noch auf dem Rechtsweg angefochten werden, zumal ein Großteil ohnehin vielen Verfassungen wiederspricht. Und bedenken Sie: Je mehr Menschen zivilen Ungehorsam einsetzen und dem System die Mittäterschaft verweigern, desto schwieriger wird es für dieses, Sie als Einzelperson zu sanktionieren. Die Kooperationsverweigerung (Streik, Boykott, Blockade, etc.) kann dazu führen, dass der Staat auch seine loyalsten Diener verliert und somit seinen Willen nicht mehr durchsetzen kann, weil ihm die Handlanger fehlen. Am Ende des Tages wird die Dystopie nur von jenen getragen, die sie auch exekutieren und nicht von jenen, die sie sich ausdenken.
  • Schreiben Sie Texte, verteilen Sie Flyer und Aufkleber, nutzen Sie die Taktik des inoffiziellen Informationsaustausches, indem Sie verbotene, zensierte oder unerwünschte Informationen, Schriften und Texte replizieren und unter die Leute bringen.
  • Studieren Sie ihre lokalen und landesweiten Rechtstexte und Gesetze, vor allem jene, die momentan durch diktatorische Maßnahmen ausgehebelt oder neu implementiert werden. Wenn Sie ihre Rechte kennen und bei jeder Gelegenheit einfordern, haben es Behörden zumindest schwieriger, gegen Sie vorzugehen. Natürlich bleibt das Problem einer politisch gesteuerten Justiz weiterhin präsent. Vernetzen Sie sich dazu auch mit Anwälten, die für Grundrechte kämpfen und Hilfe anbieten. Etwa: https://www.afa-zone.at/
  • Als weiterer Schritt sollte die zivile Usurpation angedacht werden. Bilden Sie mit Gleichgesinnten autarke Strukturen, die ohne staatliche Einflussnahme auskommen, etwa Selbstverwaltungsorgane, Bürgergerichte oder der Aufbau einer gänzlich eigenen Rechtsprechung. Bei genügend Mitstreitern und der dezentralen, möglichst hierarchiefreien Abbildung notwendiger Institutionen und Rechts- sowie Verwaltungsstrukturen können Forderungen von Autonomie bis Sezession innerhalb von Staaten erhoben werden. Wichtig bleibt es, die Kooperation/die Symbiose der “Systemerhalter” mit dem System zu disruptieren. Eine Alternative der zivilen Usurpation wäre das Leben in freien Privatstädten, hier berichteten wir darüber.
  • Gewalt ist ebenfalls ein legitimes, wenn auch definitionswürdiges Mittel des widerständigen Kampfes. Sie sollte nämlich nur passiv und reaktiv angewandt werden, also als Reaktion auf Gewalt zum Zwecke der Selbstverteidigung und des Eigenschutzes. Das libertäre “Nicht-Aggressions-Prinzip (NAP)” kann hier als Anleitung dienen. Gerade das 20. Jahrhundert hat gezeigt, dass friedliche Revolutionen – wenngleich der Begriff Revolution ein weit gefächerter und unterschiedlichst interpretierter ist – erfolgreicher waren, als blutige. Gewalt muss weiters auch auf die Verteidigung von Gebieten beschränkt werden, die sich von einem breiteren Autoritätssystem gelöst haben, oder auf den Widerstand gegen diejenigen beziehen, die versuchen, alte Machtstrukturen erneut zu etablieren. Revolutionen, die vom ideologischen Fanatismus getrieben werden, führen immer zu neuen Tyrannen oder Bürgerkriegen.
  • So surreal es zunächst klingen mag, aber auch Guerrilla-Taktiken in Hinblick auf bürgerkriegsähnliche Zustände sollten studiert und übernommen werden (U.S. Army Guerrilla Warfare Handbook, Minimanual of the Urban Guerrilla, The Green Book IRA, usw.). Insbesondere, wenn es einem die unterdrückenden Regime verunmöglichen, diesen zu entkommen und sie mit Gewalt gegen einen vorgehen. Wenn möglich, sollten generell Städte gemieden und Destinationen auf dem Land als Zufluchtsorte und Wirkstätten präferiert werden. Die Legitimation von Guerrilla-Widerstand lässt sich unter anderem aus dem “direkten Handeln” des Individuums ableiten, das von der kanadischen Anarchistin Ann Hansen treffend definiert wurde: “Die Essenz des direkten Handelns […] besteht darin, dass Menschen für sich selbst kämpfen und diejenigen ablehnen, die behaupten, stellvertretend ihre wahren Interessen zu vertreten, seien es Revolutionäre oder Politiker. Es ist eine weitaus subversivere Idee als ziviler Ungehorsam, weil sie nicht zur Reform gedacht ist oder die Staatsmacht beeinflussen, sondern sie untergraben will, indem sie zeigt, dass sie unnötig und schädlich ist.”

Die digitale Dystopie bekämpfen

Die digitale Sphäre der Unterdrückung ist eine relativ neue, jedoch umso wirkwächtigere für jene die uns beherrschen und uns bereits die reale Dystopie aufzwingen. Da sich unser soziales Leben in steigendem Ausmaß “im Netz” abspielt (diese Wortkreation ist kein Zufall, man geht der Spinne sprichwörtlich ins Netz), ist dort ein wichtiger Ort entstanden, um Macht und Deutungshoheit, Zensur und Meinungsdiktat, Kontrolle und Manipulation auszuüben. Dabei bietet die digitale Welt (für Herrschende) den Vorteil der Vernetzung und der Rückverfolgbarkeit. Die weitgehende Anonymität und die “Menschlichkeit” der realen Welt fehlen ebenso wie Empathie oder Natürlichkeit. Das Internet, als vormals freier Raum, als weiße Schablone für anarchistische Träumereien, bleibt letztlich das was es ist: eine Erfindung von Geheimdiensten. Und damit ist dem Hintergrund dieser Technologie und seiner Logiken eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Trotz aller Vorteile und Annehmlichkeiten, wurde die digitale Welt nur als ein weiterer großer Baustein geschaffen, um das allumfassende Gefängnis ein Stück weit sicherer und undurchdringlicher zu gestalten – das wird jedenfalls immer deutlicher. Nicht von ungefähr geht mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Restriktitonen auch der vehemente Druck einher, weitere Sphären des alltäglichen realen Lebens in die digitale Welt zu verlagern, Stichwort “Digitalisierung” und Normalisierung eines völlig virtuell ausgelagerten und gestalteten Arbeits- und Privatlebens. Das reicht von persönlichem Kontakt, bis hin zu Wissensvermittlung, Dienstleistungen, Finanzen, Schöpfungsprozessen und jeglicher Freizeitgestaltung. Der “robotic moment”, also die Normalität des Umgangs mit und der Integration künstlicher Intelligenz in das menschliche Sozialleben, wird damit nicht nur beschleunigt, er wird überschritten. Endziel ist ein vollständiges Aufgehen der Körper- und Geistlichkeit in einem digitalen Avatar – die (vorerst) letzte Stufe der Evolution, so die Vorstellung. Dahinter steckt die Philosophie der Transhumanisten (etwa Elon Musk – wir berichteten im Artikel Elon Musk und Transhumanismus: Jedem Gehirn seinen Überwachungschip), die ein starker Pushfaktor hinter all diesen Entwicklungen ist. Es ist die Bewegung einer Welt in Richtung eines Zeitalters, in dem alles kontrolliert wird und keine wie auch immer gearteten Rechte existieren, in dem jede Handlung eines Individuums verfolgt wird, in dem es keinen Raum für Emotionen gibt, in dem es keine Liebe, keine Zwischenmenschlichkeit mehr gibt, in dem die Natur eine Illusion wird und der Mensch mehr als bisher ein Sklavendasein fristet. Es ist eine Welt, in der freies Denken aufgrund seiner “Gefährlichkeit” abgeschafft wird.

Doch wie kann man nun auch dieser digitalen Dystopie entfliehen, die sich eigentlich anschickte, der utopische Zufluchtsort einer dystopischen Realität zu sein. Oder zumindest die billige Fassade einer nie dagewesenen “heilen Welt”:

  • Als Faustregel sollte gelten, so viele Tätigkeiten und besonders soziale Kontakte aus der virtuellen Welt wieder zurück in die reale Welt zu verlagern. Man kann auch von einer Rückeroberung der Realität sprechen. Reduzieren Sie ihre Zeiten im “Netz” und erhöhen Sie die Zeiten, die für den Widerstand in der realen Welt aufgebracht werden (müssen). Wichtiger aber noch: Nutzen Sie die Flucht aus dem digitalen Raum für gemeinsame Momente mit den Menschen, die Ihnen wichtig sind. Das stärkt die Seele und folglich auch die Psyche. Es ist wie das Aufladen von leeren Akkus.
  • Wie in der Realität, so sollte auch im Netz vollständige Anonymität oberste Prämisse allen Handelns sein.
  • Machen Sie sich so weit wie möglich unabhängig von Technologie, die auf Strom basiert und leicht überwacht werden kann. Zudem Rückgriff auf “frühe/einfache Technologie”: Alte Handys, hackingsichere Betriebsysteme via USB-Stick (Tails), Stromgeneratoren und Speicher, usw.
  • Wenn Sie “online” sind, verwenden Sie so oft wie möglich anonyme Dienste wie Tor sowie generell VPN-Verbindungen.
  • Nutzen Sie datensichere und schwer überwachbare Messenger-Dienste für die Online-Kommuikation (Signal, Threema, etc.). Verlagern Sie generell wichtige Kommunikationskanäle wieder in die reale Welt und erledigen Sie diese physisch.
  • Setzen Sie, wenn es sein muss, auf alternative und anonyme sowie der Meinungsfreiheit verschriebene Social-Media-Plattformen (Gab, Parler, Steemit, usw.).
  • Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie und ihre Gruppierungen alternative Netzwerke zur Kommunikation im Internet nutzen, sogenannten Mesh-Netzwerke. Wir haben uns im Beitrag Zensur und Meinungsdiktatur: Wir benötigen ein neues, freies Internet ausführlich mit den Möglichkeiten eines “neuen Internets” und den Gefahren des aktuellen auseinandergesetzt. Es gibt auch Anbieter, die anonymes und sicheres Telefonieren anbieten.
  • Die Technologie infiltriert natürlich auch unser moribundes Geldsystem seit geraumer Zeit rapide und gestaltet dieses noch destruktiver. Sichern Sie daher so viele Vermögenswerte wie möglich in Edelmetallen (Gold, Silber, Platin, etc.) und anderen Gütern, die zu allen Zeiten als gutes Tauschmittel fungieren könnten. Bargeld zu horten, ist nur bedingt sinnvoll, da es über das Zentralbankensystem, ebenso wie das elektronische Fiat-Geld, der Willkür der Herrschenden ausgesetzt ist. Verweigern Sie in diesem Kontext die Kooperation bei elektronischen Bezahlvorgängen, staatlichen Grundeinkommen, Zentralbanken- oder Staats-Kryptowährungen und ähnlichem (das kommt alles noch auf uns zu). Wenn Sie Dinge bezahlen, dann am besten Barzahlung, da dies kaum rückverfolgbar ist. Exkurs: Uns wird in naher Zukunft eine insbesondere über das Geldsystem vollständig verfolgte und überwachte Gesellschaft drohen, in der wir alle biologisch mittels Nanotechnologie (Chips) verbunden sind, die uns wiederum mit einem digitalisierten Bankensystem/einer digitalisierten Währung koppelt. Spätestens dann hat der Staat die macht, Ihnen den Geldhahn abzudrehen, wenn er Ihr Verhalten missbilligt.

Was es noch zu bedenken gibt…

Wir müssen zuvorderst wissen, mit wem und was wir es zu tun haben, wer unser “Feind” ist, um agieren und nicht nur reagieren (immer einen Schritt dahinter) zu können. Was für viele Menschen immer noch als “verschwörungstheoretische Fiktion” anmutet, wird im Hintergrund bereits vorbereitet (oder bereits in anderen Teilen der Welt, wie China oder Nordkorea, gelebt). Um es mit dem Anarchisten Pierre‐​Joseph Proudhon zu halten, kann der Staat nicht “auf seinem eigenen Boden” besiegt werden – das heißt durch “jede Art von Aktivität, die als politisch bezeichnet werden könnte” – sondern er muss schrittweise “allein durch wirtschaftliches und soziales Handeln” ersetzt werden. Daher sind das Streben nach Reformen, politischer Partizipation, Parteiwerdung, Institutaionalisierung und ähnlichem innerhalb des unterdrückenden Systems und seiner Regeln vergebene Mühe. Organisches und horizontales wirtschaftliches Handeln, welches von den Schöpfern und Produzenten von Grund auf getragen wird, dürfte einer der gangbarsten und gewaltfreisten Wege sein, den Staat wirklich zu zerstören.

Auf psychologischer Ebene darf man im Widerstand weder der Resignation, noch dem Pessimusmus oder der Angst erliegen, wenngleich diese Faktoren auch ein ungeheures Antriebspotential für die Aktion haben. Letztlich bleiben sie aber Hemmschuhe und projezieren eine Wirklichkeit, die mehr fesselt, als Möglichkeiten bietet. Wer die Lüge oft genüg hört, glaubt sie, ja vertritt sie und verteidigt sie. Daher müssen trotz aller Ausweglosigkeit, trotz aller Repressionen und Gewalt, der Mut und der Optimismus oberste Prämisse allen Denken und Handelns sein. Der Geist muss klar und rein gehalten werden, so gut es geht. Er bedarf ebenso der Pflege wie unsere physischen Körper. Essenziell ist es und wird es immer bleiben, den Widerstand trotz aller Wirdrigkeiten nicht aufzugeben. Egal für welche Variante der hier beschriebenen Methoden man sich entscheidet, Gewalt, die uns deswegen angetan wird, bewirkt letzten Endes nichts. Sie bedeutet keinen Gewinn für die Machthaber, insofern die “abschreckende Wirkung” ausbleibt. “Das Loch bleibt immer noch ungegraben, wenn man den Mann erschießt, der sich weigerte es zu graben.” 

Wer den Feind also alleine oder gemeinsam bekämpfen und besiegen will, sollte verstehen, wo er das Grundübel für all diese Vorschläge zur Gegenaktion, zum Widerstand findet: Im Geldsystem, im Staatssystem, im Bildungssystem, ganz besonders im Rechtssytem und den dazugehörigen Verfassungen, die als eigentliche Säulen dieser, in ihrer Natur dann unterdrückend sind, wenn sie die Möglichkeiten besitzen, Grund-, sowie Menschenrechte von Staatswegen durch gewisse Vorwände aufzuheben und dem Staat wiederum ermöglichen, sich selbst Sonderrechte einzuräumen. Ganz abgesehen von der fragwürdigen und nie erbrachten Legitimation der Gesellschaftsverträge, auf denen nahezu alle Rechtssysteme dieser Welt basieren. In all diesen Systemen hat das Destruktive seine Wurzeln geschlagen. Viele dieser Systeme sind aber bereits in ihrem Kerngedanken auf Zerstörung ausgelegt.

Gewinnen wir diesen Kampf, gewinnen wir alles, verlieren wir ihn, verlieren wir in Wirklichkeit nichts. Denn wir sind bereits vollkommene und freie Wesen. Die Versuche, uns dieser Eigenschaften oder auch nur der Erkentniss darum zu berauben, zeugen nur von der Fehlerhaftigkeit der Agitatoren.

Abschließend lohnt sich auch ein Querverweis auf Gene Sharp und sein Werk Von der Diktatur zur Demokratie – Ein Leitfaden für die Befreiung, wenngleich das politische Konzept der Demokratie ebenso anfällig (wenn nicht sogar am anfälligsten) ist für Autoritarismus und einen exzellenten Nährboden für totalitäre Ideologien aller Art bietet. Warum, wurde hier in unzähligen Artikeln bereits eingehend beleuchtet (u.a. Demokratie, eine Farce oder Der totale Staat siegt (und alle jubeln)). Scharp spricht sich explizit für einen gewaltlosen Kampf aus, der nicht nur zur Schwächung und zum Sturz von Diktatoren führe, sondern den Unterdrückten auch Macht verleihe. Dabei verklärt Scharp jedoch ein wenig die Wirkmächtigkeit und Möglichkeit demokratischer Entscheidungs- und Politprozesse. Dennoch sind viele seiner Vorschläge auch Bestandteile libertärer Gegenstrategien. Insgesamt 198 Methoden zählt der Autor auf, die möglich sind, einem repressiven System die Strin zu bieten.

Und nun heißt es: Widerstand leben!

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