Gerade angesichts der Vorkommnisse zwischen Links- und Rechtsextremen in der US-Stadt Charlottesville und der Gewaltorgien linker Demonstranten rund um den G20-Gipfel in Hamburg, ist es an der Zeit für den dritten Teil der Konterrevolution-Reihe “Liberale Intoleranz und linke Zensur”. Es soll ein libertärer Blick auf die Ursachen und geistigen Brutstätten linker Gewalt, ebenso wie auf die Widersinnigkeit einer gesellschaftlichen Spaltung entlang von politischen links-rechts-Schemen (Alt-Left vs. Alt-Right etc.) geworfen werden. Es geht dabei um eine Analyse der radikalen Tendenzen in universitären Ausbildungsstrukturen und auch um die gewollte soziale Segregation entlang von eigentlich unbedeutenden Kategorien im Sinne der herrschenden Machtstrukturen. Denn eines kann mit Sicherheit bereits an diesem Punkt festgehalten werden:

Der “archaische” Kampf Bürger gegen Bürger – den eigentlich der allmächtige Staat durch seinen Gesellschaftsvertrag hätte unterbinden sollen – ist ein gewolltes und bewusst herbeigeführtes Phänomen, dass die Position der Zivilgesellschaft schwächt, gleichzeitig autoritäre Wesenszüge des Staates stärkt und dahinterliegenden Eliten zu einer ungeheuren Machtakkumulation verhilft, die letzten Endes gegen jeden Bürger (egal welcher Ideologie, Politik, Rasse, etc. er sich zugehörig zeigt) eingesetzt wird.

Die ersten beiden Teile der Reihe sind hier (Teil I) und hier (Teil II) nachzulesen. 

Universitäten als Brutstätten der Intoleranz

Wo keimt also die links-liberale Intoleranz, die in den ersten beiden Beiträgen dieser Reihe eingehend beschrieben wurde und mittlerweile maßgeblich dazu beiträgt, dass sich die Mitglieder der Gesellschaft immer radikaler an den jeweiligen politischen Polen identifizieren und organisieren? Neben dem massen-medialen Diskurs und seinen meinungsbildenden Implikationen, können vor allem das Bildungssystem in westlichen Industrienationen und hier besonders Universitäten und Hochschulen als geistige Brandstifter dieser neuen Ära des Totalitarismus identifiziert werden. Denn gerade an jenen Orten werden junge Erwachsene weniger mit Wissen als viel mehr mit Vorurteilen, hochgradig ideologisch aufgeladenen sozial- und geisteswissenschaftlichen Theorien und vermeintlich naturgegebenen Rechten indoktriniert, die dazu führen, dass ganze Generationen moralische Defizite, Kritikresistenz, mangelnde Selbstreflexion und autoritäre Wesenszüge im Bereich sozialer Organisation aufweisen.

An Universitäten wird die Unterscheidung nach kulturellen, ethnischen, religiösen, geschlechtlichen und anderen Merkmalen stetig aufrechterhalten und reproduziert. Ironischerweise immer unter dem Argument, eben solche “sozial konstruierten” Kategorien der Segregation dekonstruieren zu wollen. Ein Beispiel wäre etwa die momentan in der sozialwissenschaftlichen Forschung populäre Theorie der Intersektionalität, die von ineinadergreifenden und multidimensionalen gesellschaftlichen und institutionellen Diskriminierungsformen  (natürlich nur gegenüber “Minderheiten”) ausgeht. Man spricht hier vom Identitäts-Liberalismus, der mittlerweile dazu führt, dass eben jene durch diesen Dekonstruktivismus stetig angegriffenen Gruppen (primär weiße Männer) in die Radikalisierung getrieben werden, da sie im alltäglichen Leben Vorurteilen, Diskriminierung und Druck zur Anpassung und Entschuldigung für vermeintliche Privilegien ausgesetzt werden. Gleichzeitig kreieren sich linke und liberale Jünger im Zusammenspiel mit universitären Strukturen der Lehre und Verwaltung eigene Parallelwelten, in denen abstrakte und meist jeder empirischen oder philosophischen Grundlage entbehrende Ideen über soziale Realitäten zur Norm erhoben und in Form von “safe spaces”, kultursensibler Sprache und Methodik und einer Brandmarkung jeglicher Kritik als “Mikroaggression” verteidigt und nach Außen getragen werden.

Dies führt zu Geisteshaltungen, die in keiner Weise rationaler Kritik zugänglich sind und den eigenen Standpunkt auch mit Gewalt durchzusetzen versuchen, da man sich selbst das Attribut der scheinbaren moralischen Legitimität – ja sogar Überlegenheit – verleiht. Es erwächst somit eine Generation von Menschen, die totalitäre Züge einer Massenbewegung aufweist, gleichzeitig ihre eigenen Defizite zur unantastbaren, moralisch legitimierten Norm erhebt und Kritik oder aber auch nur anderer Meinung mit ungeahnter Intoleranz, Ablehnung, Hysterie und Gewalt begegnet. Zusätzlich verschärft wird diese Gefahr durch eine verblendete öffentliche Perzeption dieser Menschen und ihrer Agitationen. Im Laufe der Jahre konnten liberale Intoleranz und linke Zensur nämlich erfolgreich als “Kampf für das Gute” oder als Kampf gegen ein abstraktes und je nach Bedürfnis definiertes “Böses” verkauft werden.

Universitäten sind in diesem Kontext “Inkubatoren spät-jugendlicher Säuglinge”, wie ein Kommentar in der Washington Post treffend formuliert. Es wird gelehrt, nur die eigene Weltsicht – sofern sie einem stark progressiven Verständnis entspricht – zu akzeptieren. Wenn beispielsweise “kultursensible Sprache”, also orwelsches “Neusprech”, eingefordert wird, hat das ur-libertäre Argument der freien Meinungsäußerung keinen Platz. Ebenso hat der Schutz des Lebens keinen Platz, wenn es darum geht, auf die moralisch fragwürdigen Praktiken der Abtreibung auf Krankenschein hinzuweisen. Negative Selbstbestimmung, kollektivistisches Denken und individualistischer Egozentrismus haben Vorrang in der angeblich “freien, liberalen Gesellschaft”. Daher muss man sich auch nicht mit anderen Meinung und Ideen befassen, die das eigene Weltbild oder gar die eigene Gefühlswelt verletzen könnten.

Letztlich führt dies auch zu einem ideologischen Krieg gegen die Wissenschaft und ihr Ideal der Freiheit. Universitäten und Studien wie die Sozialwissenschaft verkommen aufgrund dieser übermächtigen Hegemonie der links-liberalen Gesellschaftstransformation zu Gauleitern eines totalitären Zeitalters. Eines Zeitalters, dass an die finstersten Tage menschlicher Organisation erinnert, da Zensur, politische Verfolgung, soziale Ausgrenzung, Gewalt gegen Tradition und Symbolik, sowie Sprech- und Denkverbote indes zum Alltag einer westlichen Gesellschaft gehören.

Kafkaeske Absurditäten

Wie weit Absurditäten gerade an den Universitäten gehen, wurde am Beispiel der “safe spaces” bereits angeschnitten. Studenten “brauchen” Räume des Rückzugs, da sie mit differierenden Meinungen und Ansichten nicht umgehen können und dadurch emotional belastet werden. Ebenso ist die entfremdete soziale Norm so weit fortgeschritten, dass eine nicht-sexistische, von “Mikro-Aggressionen” befreite Kontaktaufnahme zwischen Mann und Frau beispielsweise ebenso nahezu unmöglich ist, wie die akademische Diskussion über kontroverse Thematiken. “Gutdenk” wird Gesetz, “Schlechtdenk” (also beispielsweise ein Kompliment über die Schönheit einer Frau) erfordert Anschuldigung, Umerziehung und in letzter Konsequenz auch Ausschluss. Dieser neue “Jakobinismus” wird wissenschaftlich gefördert und forciert. Durch “Genderstudies”, “Diversitäts- und Identitätsstudien”, radikalen Feminismus und autoritären Multikulturalismus. All diese Studien und Forschungen mögen ihre Berechtigung haben, jedoch nur insofern sie nicht den absoluten Wahrheitsanspruch erheben, zu einer Radikalisierung der Wissenschaft und einem Einschränken des Meinungspluralismus beitragen und gleicher Kritik wie andere Studien ausgesetzt werden. 

Wissenschaft wird so nicht mehr zur geistigen Herausforderung und zum intellektuellen Kräftemessen, sondern zu einem Ersatz für Psychotherapie und göttliche Moral.

Der wahre Krieg gegen die Wissenschaft

So kommt es auch, dass Linke und Liberale die Wissenschaft in einem stetig bedrohten Zustand sehen. Eine Bedrohung die angeblich von politischen Kräften des anderen politischen Spektrums ausgeht. Den Konservativen, den Libertären etc. Fakt ist jedoch: Die Wissenschaft ist in der Hand einer globalistischen, vereinheitlichenden und totalitären Ideologie, die weder nach Freiheit noch nach Selbstbestimmung strebt. Forschung wird ausschließlich im Sinne der Legitimierung dieser Ideologie betrieben. Das verdeutlicht sich an zwei Beispielen.

Erstens die Bestätigungsvorgabe. Also die dokumentierte Tendenz der Menschen, Informationen zu suchen und zu akzeptieren, die ihre Überzeugungen und Vorurteile bestätigen. Ein Beispiel ist eine Befragung unter 75 Psychologen, von denen jeder gebeten wurde, zwei wissenschaftliche Papers über die psychische Gesundheit von linken Studentenaktivisten zu analysieren. Ein Paper attestierte den werdenden Akademikern eine überdurchschnittliche mentale Gesundheit, das andere attestierte eine unterdurchschnittliche. Die meisten Psychologen tendierten dazu, das Paper zu wählen, welches den Studenten überdurchschnittliche mentale Gesundheit attestierte. Die Conclusio der Studie war jedoch, dass den meisten linken Aktivisten nachgewiesenermaßen unterdurchschnittliche mentale Gesundheit attestiert wurde. Die Psychologen orteten sogleich einen Fehler in der Methodologie der wissenschaftlichen Arbeit, anstatt ihre klaren politischen Präferenzen zuzugeben und die empirischen Ergebnisse zu akzeptieren.

 

Zweitens, führt dies zum Phänomen der Gruppendynamik. Die Ansichten von Menschen werden extremer, wenn sie von gleichgesinnten Kollegen umgeben sind. Sie gehen mit der Zeit davon aus, dass ihre Meinung nicht nur die Norm, sondern auch die Wahrheit ist. Eine Ansicht verwandelt sich so rasch zu einem Glauben. Ein Beispiel dafür ist der fast schon wahnhafte Glaube an den Staat als einzige Möglichkeit gesellschaftlicher Organisation. War es früher eine Ansicht, den Staat abzulehnen oder zu akzeptieren, ist es mittlerweile eine Art der Häresie, seine Gewalt und Herrschaft zu negieren. Dieses Gruppendenken wird zur Routine und entzieht sich somit einer kritischen Wahrnehmung.

Es entsteht eine “stammes-ähnliche, moralische Gemeinschaft”, mit eigenen “heiligen Werten” darüber, was studiert und erforscht werden darf und was tabu ist. Moral bindet und blendet. Wissenschaftliche Forschung in den Bereichen der Biologie und Genetik betreffend Geschlecht, Rasse oder Intelligenz (IQ) ist ebenso tabu, wie eine Kombination dieser mit sozialwissenschaftlicher und psychologischer Forschung im Bereich von Genderproblematiken, Feminismus und Familie. Der Vorwurf des Dogmatismus und der verengten Weltsicht trifft dabei gerade auf die Vertreter dieses links-liberalen Wissenschafts-Establishments zu. Andersdenkende werden als unethisch, antisozial und irrational pathologisiert, weil sie eben nicht jenen Glauben teilen, der Liberalen als selbstverständlich erscheint.
 
Die Vermischung von Wissenschaft und Politik
 
Ein weiteres gravierendes Problem des Kampfes gegen die Wissenschaft ist die Vermischung von Wissenschaft und Politik, die von der Linken massiv betrieben wird. Wissenschaft wird als ideologisch-politisch Feld erachtet, das erobert und mit der eigenen Weltsicht getränkt werden muss. Schon Friedrich August von Hayek machte unter dem Stichwort “tödliche Eitelkeit” darauf aufmerksam: Der blinde Glaube, die Täuschung, dass Experten klug genug wären, um die Gesellschaft neu zu gestalten. Ganz abgesehen von der fragwürdigen – in welchem Sinne nämlich? – Vorstellung einer Neugestaltung der Gesellschaft. Libertäre vertrauen auf das Individuum, auf sich selbst und die Eigenverantwortung. Konservative wiederum greifen auf traditionelle Institutionen zurück, die die “natürlichen Rechte der Individuen” gegen die Macht des Staates schützen. Beide lehnen jedoch eine zentralistische Planung ab. Links-liberale vertrauen jedoch genau dieser. Sie legen die Zukunft des Gemeinwesens in de Hand des Staates und ihm dienlicher Experten. Schon Friedrich Engels argumentierte für einen totalitären “wissenschaftlichen Sozialismus”, also eine Neugründung der Gesellschaft ausschließlich auf Grundlage der wissenschaftlichen Methode. Der Begriff des “social engineerings” ist damit eng verbunden.
 
 
Es gibt nur einen Gewinner: Den Staat und ihn kontrollierende Eliten
 

Schließlich führen diese Praktiken zu einem ungebremsten und aggressiven Relativismus. Kultur, Tugenden, Werte, schlicht alles Geschichtliche aus dem sich soziale Organisation nährt, wird dekonstruiert und relativiert. Es geht dabei aber nicht etwa um eine wünschenswerte Differenzierung zwischen verschiedenen Ansichten, historischen Perspektiven, alternativen Geisteshaltungen und den Respekt davor, sondern schlichtweg um ideologische Umdeutung. Alles was als das vermeintlich “Böse” identifiziert und markiert wurde, ist vogelfrei und so einer links-liberalen Umdeutung, Negation und letztlich Auslöschung ausgeliefert. Das beginnt bei Religion und Geschlecht und endet bei Herrschaftssystemen, die weder ersetzt noch hinterfragt, sondern legitimierend umgeformt und ausgeweitet werden. Die aus libertärer Perspektive abzulehnenden, aber für kollektive Herrschaft – in Form von Staaten – notwendigen Institutionen, sind daher mit Hysterie, Autoritarismus, Obskurantismus, Spießbürgerschaft und Scharlatanie durchsetzt.

Wo kein Platz mehr für Ansichten und Theorien großer westlicher Denker von Frühantike bis Neuzeit ist, da diese “rassistische Stereotype”, sowie “weiße Privilegien” verkörpern und der Unterricht dieser ihre Lehren reproduzieren würde, kann folglich ein enthemmter Totalitarismus keimen. Dabei werden sogar eigene “links-liberale Errungenschaften”, wie die Aufklärung, der politischen Korrektheit geopfert.

Daher müssen Systeme der Unterdrückung, wie Staaten und ihre Institutionen, der Finanzmarkt und das globale Geldsystem und global agierende, multilaterale Organisationen in den Fokus der Kritik und der Anstrengung, sie zu überwinden und durch erprobte oder neue Alternativen zu ersetzen, rücken. Es muss erkannt werden, dass diese Strukturen bereits seit langem jegliche Legitimität über Herrschaft und Gewalt verloren haben und zum Teil nie in Anspruch hätten nehmen dürfen. Denn wozu benötigt das Individuum beispielsweise einen Staat, der es zulässt, dass sich Menschen aufgrund ihrer politischen Weltanschauung gegenseitig ermorden? Und solche Entwicklungen auch noch forciert und dankend zum Anlass nimmt, dem ohnehin gescholtenen Bürger seine Freiheiten und natürlichen Rechte zu beschneiden? Wenn der Mensch weiterhin seinen Mitmenschen der sprichwörtliche Wolf ist, wird er weder sich noch seiner Freiheit einen Gefallen tun und der herrschenden Macht weiterhin die Grundlage ihres Handelns liefern. 

In Teil IV der Konterrevolution-Reihe “Liberale Intoleranz und linke Zensur” beschäftige ich mich mit unter anderem mit dem Phänomen der “kulturellen Aneignung”, dem moralischen Anspruch der neuen Linken über den Markt und die Wirtschaft, den nicht unwesentlichen Unterschieden zwischen Libertären Ideen und jenen der Alt-Right-Bewegung im Kampf gegen links-liberale Unterdrückung und Entrechtung, sowie mit Strategien die politische Dichotomie entlang der links-rechts-Achse zu überwinden. Bleiben sie also dran…

“Wer sich selbst regieren möchte und Eigenverantwortung für sein Handeln und Denken übernimmt, muss sich zwangsläufig mit der Macht des Wissens bewaffnen.”

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