Angesichts rasant voranschreitender Meinungsdiktate und Zensur, propagiert primär durch linke und liberale Kräfte, lohnt es sich einen Blick auf die intoleranten und totalitären Gedanken der geschlechtsneutralen, konfessionslosen und einheitsgetrimmten Jünger der „sozialen Gerechtigkeit“ zu werfen, sowie deren Maßnahmen vorzustellen.

Diversität, solange keine Konservativen mitmachen

„Der progressive Glaube an Diversität wünscht sich einen Tisch, an dem Frauen, Schwarze, Latinos und Muslime friedlich beisamen sitzen. Solange keiner der Anwesenden konservativ ist, versteht sich.“ So beschreibt der Publizist in der New York Times vortrefflich die Gedankenwelt der liberalen Intoleranz. Das Fundament dieser progressiven Werte bildet, neben einer anti-autoritären Erziehung und der Medienindoktrination, der universitäre Betrieb. Dort wird die Diversität vor allem ideologisch und kulturell propagiert. „Wir respektieren Menschen die uns nicht mögen, solange sie so denken wie wir“. Dieses Denken pflanzt in den formbaren Jung-Akademikern einen unsichtbaren, aber ebenso offensiven, Rassimus. Nämlich jenen gegen den „Anderen“, den Andersdenkenden, der nicht mehr überzeugt, sondern bekämpft werden muss.

Ein Sittenbild dazu gibt etwa der schwarze Soziologe George Yancey: Er habe als gläubiger Christ in den USA mehr Probleme an der Universität, als als Schwarzer außerhalb dieser.

Ich bastle‘ mir meine eigene Welt

Die liberale Arroganz stützt sich dabei größtenteils auf eine eingebildete moralische, wie intellektuelle Überlegenheit, unterfüttert durch die eigenen empirischen Arbeiten und die, ausschließlich untereinander stattfindende, Vernetzung. Beides führt zu einem stetigen Kreislauf der Selbstbestätigung eigener ideologisierter Hypothesen und Theorien. Pluralismus existiert nur innerhalb einer klar abgegrenzten Geisteshaltung. Für die Thematik der Diskriminierung konservativer Standpunkte, innerhalb und außerhalb der Universität, hat man wenig übrig, höchstens Hohn, Sarkasmus und Verachtung. Das Fehlen dieser Vielfalt an Gedanken, schadet unweigerlich der Qualität der Ausbildung an sich. Wo kein Widerspruch zu finden ist, und auch nicht geduldet wird, erhallt immer wieder das eigene Echo aufs Neue.

So kommt es, dass in gewissen akademischen Disziplinen seit dem Aufkommen der Frankfurter Schule und ihrer kritischen Theorie, als Begründer des „westlichen Marxismus“, kaum mehr konservative Meinungen vertreten, geschweige denn gelehrt werden. Herausragend etwa die Sozial- und Naturwissenschaften. Der ideologische Verdrängungseffekt lenkt Universitäten, und damit auch maßgeblich den öffentlichen wissenschaftlichen Diskurs, in eine politische Richtung. Eine Studie unter Sozialpsychologen belegt dies. Ein-Drittel der Befragten würde in einer Führungsposition bei zwei gleichqualifizierten Aspiranten, jenen benachteiligen, der eine konservative Wertvorstellung vertritt (Die Studie wurde in den Niederlanden durchgeführt, das Ergebnis lässt sich aber auch auf andere europäische Staaten übertragen). Eine Umfrage des erwähnten Soziologen George Yancey bestätigt dieses Muster auch für die USA. Dort würden 30 Prozent der Akademiker politisch den Republikanern nahestehende Bewerber benachteiligen. Die Werte stiegen noch höher, wenn sich die Bewerber zusätzlich als Christen „outen“ würden.

Damit einhergehend, werden auch kritische Theorie und Praxis des Wissenschaftlers in ideologische Bahnen gelenkt. Textauswahl und Textinterpretation haben in der Regel ebenso eine liberale Neigung, wie (gewünschte) Antworten bei Prüfungen. Dem Lehrstoff mangelt es daher unweiglerich an Pluralismus.

Die Patronisierung von Minderheiten

Das Vorgehen der liberalen „Gerechtigkeitskämper“ gipfelt unweigerlich in einem Paradoxon. Denn jene Argumente, mit denen gegen vermeintlich „rechte“ Strömungen vorgegangen wird, werden im selben Atemzug angeprangert, wenn sie gegen Minderheiten vorgebracht werden. Dieses Paradox kennt man aktuell aus der Islam-Debatte in Europa. Während die Linke Gender-Ideologie, Feminismus und Atheismus propagiert, protegiert sie die (vermeintliche) Minderheit der Muslime, welche wiederum diese Konzepte gänzlich ablehnt. Doch diese Ablehnung wird in den progressiven Kreisen meist totgeschwiegen, verharmlost oder letztendlich als „kulturelle Eigenheit“ abgetan. Ein offener Diskurs über die Problematik dieser unerklärlichen Ambivalenz, würde schließlich die Fehlerhaftigkeit der eigenen Positionen zum Vorschein bringen.

Anders sieht es im Umgang mit den konservativen, christlichen (vermeintlichen) Mehrheiten aus. Hier wird mit schweren Geschützen gegen das „regressive“, traditionelle und wertebewusste Denken vorgegangen. Es ergibt sich folgendes Bild: Kulturelle Eigenheiten darf es, wenn überhaupt, nur für Minderheiten geben. Die Gegenseite darf daher ohne weiters mit Attributen wie bildungsfern, wütend, bitter, emotional, böse und schlecht“ versehen werden. Man unterstellt rechts-denkenden Menschen pauschal einen niedrigen sozialen Status, mangelnde Bildung und fehlende Empathie, prangert auf der anderen Seite aber beispielsweise an, Menschen mit niedriger Bildung in unseren Sozialsystemen zu diskriminieren. Fördert diese im Umkehrschluss gar, damit sie verstärkt Zugang zu Universitäten finden. Dieser augenscheinliche Widerspruch lässt sich nur schwer erklären. Es mag zu einem großen Teil an den viel zitierten „ideologischen Scheuklappen“ liegen. Unterstützt wird man in diesem doppelbödigen Vorgehen weitgehend von Politik und Medien, weshalb im Umkehrschluss der Glaube an die Rechtmäßigkeit der eigenen Sache gestärkt wird. Das System liefert sich somit selbst die Grundlage des eigenen Denken und Handelns. Ein Teufelskreis im beengten Horizont, der Generationen von Opportunisten und unkritischen Bürgern hervorbringt. Denn der moralische Verstand wird nur einseitig ausgeprägt.

Der „Kult der Viktimisierung“

So geht, neben der politischen, insbesondere die intellektuelle Vielfalt auf Dauer verloren. Das links-liberale Weltbild errichtet Normen der Sicherheit und Abschottung. Ein offener Diskurs darüber existiert, aus bereits erwähnten Gründen, nicht. Gerade Universitäten sollten aber, dem gesellschaftlichen Auftrag verpflichtet und um der eigenen wissenschaftlichen Qualität willen, das gesamte Spektrum politischer Perspektiven und Anschauungen akzeptieren und zulassen, ja mit ihnen in den Diskurs treten. Jedoch ohne den „Andersdenkenden“ als diesen zu dämonisieren. Die Hoffnung, dass der beschriebene progressive, linke Typus an Bedeutung verlieren könnte, grenzt mittlerweile an utopisches Denken.

Ins Wanken gerät das System, wenn man die Verfechter des „Gutdenk“ mit ihren eigenen Waffen schlägt. Denn der über allem stehende „Kult der Viktimisierung“ (Menschen zu ermutigen, sich als Mitglieder einer unterdrückten und geschädigten Gruppen zu betrachten und nicht als selbstermächtigte Personen, die die Macht haben, ihr eigenes Leben zu verbessern) trivialisiert die wahren Ungerechtigkeiten in unseren Gesellschaften. Etwa die aus der politischen Korrektheit entsprungene „Umgekehrte Diskriminierung“, welche die Diskriminierung von Mitgliedern einer als bevorteilt erachteten zugunsten einer als benachteiligt erachteten Gruppe umfasst (Quotenregelung, etc.).

Letztlich muss man die Verfechter dieser radikalen Ideologie demaskieren, indem man eine „(Gegen-)Kultur der argumentativen Auseinandersetzung“ etabliert. Insbesondere an Schulen und Universitäten. Denn die Linke schmückt sich nur peripher mit Intellektualität und moralischer Prävalenz. Hinter ihrer Maske kommt das Scheitern gesamtgesellschaftlicher Lösungsansätze, ebenso wie die mangelhaft ausgeprägte, politische Diskussionkultur zum Vorschein.

Linke Selbstkritik? Mehr dazu in Teil II

In zweiten Teil der Konterrevolution-Reihe „Liberale Intoleranz und linke Zensur“ wird näher auf konkrete Zensurmaßnahmen unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit (unter anderem die Kritik an der Auswahl fiktionaler Charaktere in Büchern, bei der Autoren angeblich Minderheiten diskriminieren und benachteiligen), sowie auf den linken Umgang mit Selbstkritik („Wie konnte die progressive Linke zum Sprachrohr und Vollstrecker eines orthodoxen, tyrannischen Konformismus werden?“) eingegangen. Dranbleiben lohnt sich also…

Beitragsbild:  Karikatur: „Süße heilige Censur; laß uns gehn auf deiner Spur; Leite uns an deiner Hand Kindern gleich; am Gängelband!“, in: Die gute Presse (1847), Autor: Unbekannt, Die Karikatur erschien in der Zeitschrift Leuchtturm. Erklärung: Der Krebs verdeutlicht Rückschritt, der Spiegel des Krebses steht für die Rückwärtsgewandtheit, der Maulwurf für Blindheit, der Kerzenlöscher für Dunkelheit, die Schere und der Stift für Zensur, die Rute für Drangsal, die Augen für Überwachung, die Kinder für den bevormundeten Bürger, der Schafskopfspolizist für die Dummheit der Staatsmacht und der Spitz (Hund) für die Spitzelei.

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