Indoktrination, Umerziehung und Terror auf „kommunistisch“

Die praktische Umsetzung des Kommunismus mündete nahezu immer in unterschiedlichste Facetten der Barbarei. Eine Methode der zwangsweisen Implikation dieser totalitären Ideologie ist seit jeher Haft in Straf- und Umerziehungsanstalten. In der Sowjetunion waren es Gulags, in denen Millionen Menschen den Tod fanden. In China ist es das auf den Gulags basierende Laogai-System. Dort gehen die Zahlen ebenfalls in die Millionen, und das bis heute.

Der deutsche Fernsehjournalist Hartmut Idzko lieferte im Jahr 2014 mit seiner Dokumentation „Laogai – Zwangsarbeit in China“ einen erdrückenden Einblick in das perfide System staatlicher Gewalt in China. Vier Millionen Chinesen sollen derzeit in etwa eintausend Straf- und Umerziehungslagern inhaftiert sein, so Menschenrechtsorganisation gegenüber dem Dokumentarfilmer. Ehemalige Häftlinge schildern von den menschenverachtenden Lebensbedingungen. Jährlich sterben tausende Menschen in diesen Lagern, meist unbemerkt und bis zuletzt rechtlos.

In Laogai-Lagern müssen die Gefangenen unter härtesten Bedingungen Zwangsarbeiten verrichten, etwa in Steinbrüchen arbeiten oder Waren produzieren, die auch für den Export nach Europa bestimmt sind. Da die Lager wirtschaftlich selbstständig sind und sich selbst erhalten müssen, sind die Haftbedingungen zusätzlich verschärft. 360 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche, bis zu 16 Stunden täglich, gefolgt von 2 Stunden politischer Indoktrination, so sieht der Alltag eines Häftlings aus. Folter und Gewalt, Kameradenschinderei, Wassermangel, schlechte Ernährung, fehlende oder keinerlei medizinische Versorgung, gepaart mit Schlafentzug und Einzelhaft sind an der Tagesordnung. Die interviewten, ehemaligen Häftlinge Ama Adhe, Harry Wu und Liao Yiwu waren allesamt politische Gefangene in jenen Lagern und bestätigten die Methoden. Kritik am kommunistischen Staatsystem, ebenso wie das Ausüben von Religion wird in China eben schwer geahndet…

Das Laogai-System wurde in den 1950er Jahren unter Mao Zedong eingeführt um politisch unliebsame Gegner, Oppositionelle, Kriminelle und „Verdächtige“ zu beseitigen. Über 20 Millionen Bürger sollen seither in den Lagern umgekommen sein. Laogai bildet daher bis heute das wichtigste Instrument der Chinesischen Kommunistischen Partei (CCP) zur Durchsetzung ihrer Macht und der Unterdrückung jeden Widerstandes. Zudem fördert die massenhafte Zwangsarbeit den Export durch extrem niedrige Preise und füllt gleichzeitig die Kassen der CCP, die alle Überschüsse der Laogai-Produktion einbehält und nicht etwa an den Staat, die Volksrepublik China, abgibt. Zynisch ausgedrückt: Während Hitler seine Gegner gleich umbrachte und Stalin sie zuerst in die Verbannung nach Sibirien verfrachtete, lies sie Mao Zedong für sich arbeiten und, falls sie dies überlebten, gleichzeitig umerziehen.

In Europa betreibt die „Laogai Research Foundation Europe“ Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema und fordert seit Jahren ein Europäisches Gesetz gegen den Import von Waren aus den Sklavenlagern. Auch vermehrte Berichte über illegale Organentnahmen bei Häftlingen, brachte die Organisation vor kurzem ans Tageslicht. 

Laogai – Zwangsarbeit in China (53 Min.) – Regie Hartmut Idzko (2014, Deutschland)

Beitragsbild: Elvert Barnes/flickr (CC BY-SA 2.0)

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