Liebe ist am Ende doch die tödlichste aller Drogen
»Kokain«, Roman von Pitigrilli (1922)

Den italienischen Publizist Tito Arnodi zieht es in jungen Jahren in die schillernde Metropole Paris. Angezogen von dem Flair der gehobenen Gesellschaft während der Zwischenkriegszeit, versucht er seinen Platz in der fremden Stadt zu finden. Hier kommt er auch mit DEM berauschenden Mittel dieser Zeit in Berührung, dem „weißen Gift“ Kokain. Die Anstellung bei einer lokalen Zeitung verschafft dem Italiener Eingang in die dekadente société des damaligen Paris. Seine ausgeprägte Leidenschaft für Frauen wird bald von der Sucht nach dem „weißen Gift“ eingeholt und so gerät der Protagonist in einen Strudel aus Lügen, Affären und Exzessen. Als seine Jugendliebe Maddalena, die sich zu einer männerverzehrenden, tief melancholischen Frau entwickelte, ebenfalls nach Paris reist, ist er hin und hergerissen zwischen seiner offenen Beziehung mit einer reichen Adeligen und der wiederaufflammenden Jugendliebe. Der ausufernde Konsum von Kokain trägt sein übriges dazu bei, den seelischen Verfall zu beschleunigen. Tito entscheidet sich für die Liebe mit Maddalena, letztlich bleibt sie aber für beide unerfüllt und schmerzhaft. Daran geht der junge Publizist schließlich aus eigener Überzeugung zugrunde. Das „weiße Gift“ raubte ihm die Klarheit seiner Sinne, die Liebe sein Leben.

Zum Autor: Der Italiener Pitigrilli, eigentlich Dino Segre, hat in seinem Roman „Kokain“ viel autobiographisches verarbeitet. Der studierte Rechtswissenschaftler arbeitete selbst als Journalist für einige Zeitungen, verweilte beruflich in Paris und war dem ausufernden „Salonleben“, sowie den Frauen keineswegs abgeneigt. 1939 emigrierte er von Italien in die Schweiz und schließlich nach Argentinien. Seine Bücher waren zeit seines Lebens höchst umstritten, unter anderem aufgrund seiner detailreichen Beschreibungen von Drogen- und Sex-Exzessen, und wurden des öfteren Verboten und auf den Index gesetzt. Pitigrilli starb in seiner Geburtsstadt Turin im Jahr 1975.

Beitragsbild: Moyan Brenn/flickr (CC BY 2.0)


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