Anlässlich eines Vortrags im Oktober 2015 erläuterte die deutsche Journalistin und Buchautorin Birgit Kelle die Anfänge des Gender-Mainstreaming und dessen aktuelle Auswüchse.

Was ist „Gendering“?

Der Begriff des „Gendering“ taucht erstmals auf der Weltfrauen-Konferenz in Peking 1995 auf und ist stark lesbisch-feministisch geprägt. „Gender“ bedeutet soziales Geschlecht, während der angloamerikanische Begriff „sex“ das biologische Geschlecht, also Mann oder Frau, bezeichnet. Laut der Gender-Bewegung ist demnach das weibliche und männliche nicht zwingend als biologisch zu betrachten, sondern wird durch soziales Verhalten und Rollen festgelegt. Das Gender-Mainstreaming ist laut Kelle eine Top-Down Bewegung, welche sich hierarchisch – von der UNO – abwärts zur EU – auf den Nationalstaat und schlussendlich – auf die Ebene der Kommune überwälzt. Dagegen wartet heute der volle politische Fördertopf überall dort, wo „Gender“ drauf steht. Birgit Kelle bezeichnet das als „irren Wunschtopf“, weil durch das wertvolle Steuergeld der Bürger solche Unsinnigkeiten wie etwa die „Uni-Sex“ Toiletten in Berlin finanziert werden.

Das Erziehungsrecht liegt bei den Eltern, doch der Staat will dies offenbar ändern. In deutschen Kindergärten wird bereits die sexuelle Vielfalt gepredigt und Birgit Kelle meint, dass Kinder mit solch einer neuen „Aufklärungsarbeit“ völlig überfordert werden. Hinter dem Begriff Gender-Politik stehen Frauenpolitik und bezahlte Gender-Beauftragte. Es werden absurde Schreibweisen wie etwa er/sie, Innen, * oder ganz neu ein ax, was schließlich sämtliche Geschlechter beinhalten soll, propagiert, so Kelle. Die selbsternannte „Antifeministin“ zeichnet eine düstere Zukunftsvision – anhand des Buches “Brave of New World“ des bekannten Autors Aldous Huxley- einer künftigen „mutigen neuen Welt“, wo auch Pädophilie legal sei. Wenn man diesem Wahnsinn nicht Einhalt gebieten kann, dann könnte diese Vision möglicherweise bald traurige Wirklichkeit werden.

Lehrstühle und Gelder für die Ideologie der „neuen Welt“

Erschreckend ist die massive Geldverschwendung im Gender-Bereich wie beispielsweise, dass in Deutschland Lehrstühle für Demographie nicht mehr nachbesetzt werden. Stattdessen hat man kürzlich 240 neue Arbeitsplätze für Gender-Diversity geschaffen. Auch in Österreich wird eine ähnliche Entwicklung durch aktuelle Geschehnisse untermauert. Nahezu an jeder Universität bzw. Fachhochschule existieren eigene Referate für Genderforschung sowie Gender-Beauftragte. Laut einem Kurier-Artikel vom Oktober 2014 ist es bereits Realität, dass Studenten an bestimmten universitären Einrichtungen formal als negativ beurteilt werden können, wenn bei wissenschaftlichen Arbeiten nicht direkt im Text „gegendert“ wird.

Gerade im Hochschulbereich hat sich diese absurde Bewegung bereits größtenteils durchgesetzt. Hochschulprofessoren erhalten von Vorgesetzten sogar Drohungen, wenn sie nicht während der Lehrveranstaltungen „gendern“. Bei neuen Schulbüchern wird bereits selbstverständlich im Text auf eine genderneutrale Sprache Wert gelegt, was auch vom Bildungsministerium unterstützt wird. Die Bevölkerung wird dabei nicht gefragt und laut einer Radio-Wien Vorjahres-Umfrage, bezeichnen 90 Prozent der Befragten generell das „gendern“ als belanglos. Anlässlich einer Initiative im Sommer letzten Jahres unter dem Motto „Gegendern – Gegen Gendern in Schulbüchern“ hat eine Umfrage ergeben, dass 87 Prozent von 23.000 Befragten das „gendern“ in Schulbüchern ablehnen.

Die Aberration unserer Sprache

Verfechter des Gender-Mainstreaming meinen, dass die deutsche Sprache verändert werden muss, weil sie diskriminierend gegenüber der Frau erscheint. Deshalb gibt es für das „gendern“ im Text das sogenannte Binnen-I, welches nun auch bei staatlichen Formularen angewendet werden soll. So wurden etwa im Sommer 2015 Millionen alter Formulare für Strafzettel vernichtet, weil diese nur „den Lenker“ und nicht zusätzlich „die Lenkerin“ beinhalten.

Die Kosten für zahlreiche geplante Umbenennungen durch Stiftungen sowie Querfinanzierungen betragen laut Schätzungen sage und schreibe 3,5 Milliarden Euro des gesamten EU Haushaltes.

Heutzutage ist der gesellschaftliche Mainstream, bereits im Sog des Gender-Wahns und dieser greift auf viele Perspektiven und sogar politische Entscheidungen über. Jedoch hat dies – als ursprünglicher Teil der Frauenbewegung – nichts mehr mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau zu tun.

Tradition und Kultur werden zerstört

Befeuert wird das Gender-Mainstreaming auch von Treibern wie den Predigern einer sexuellen Vielfalt und den “LSPITQ” Communitys. Diese fördern eine Reihe von Geschlechtern, die es angeblich geben soll und man will der Gesellschaft einreden, dass das ganz normal sei. Die politische Korrektheit zwingt der Gesellschaft das „gendern“ auf ohne eine „wahre“ demokratische Legitimierung zu besitzen. Was hat dies mit der Gleichstellung von Mann und Frau zu tun? Soll dies gleiche Rechte für Frauen unterstützen oder geht es um Sonderrechte für Minderheiten?

Die Repräsentanten der heimischen Regierung sowie die Verantwortlichen in den Ministerien befinden sich unter Zugzwang um sich gegen diese Auswüchse, welche politisch stark von links-grüner Seite getragen werden, zur Wehr zu setzen.

Diese fragwürdige Ideologie und Gender-Propaganda greift sukzessive vermehrt in die Gesellschaft ein. Vertreter dieser Bewegung versuchen offensichtlich sich den Nimbus der Gleichstellung an die Fahnen zu heften. Ironischerweise wurde die gesamte Gender-Theorie bis heute nie bewiesen und stellt für „FeministInnen“ scheinbar eine Art Pseudo-Ersatzreligion dar. In Wirklichkeit geht es wohl eher um Umerziehung und Bevormundung. In jedem Fall zielt Gender-Mainstreaming auf eine sexuelle Pädagogik der Vielfalt und gefährdet dadurch das traditionelle Familienbild.

Beitragsbild: Bart Everson/flickr (CC BY 2.0)


Kfm. Thomas F. Eisenhut, BA MA ist Doktorand und Absolvent des Europa-Studienganges „Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung“. Seine Schwerpunkte im Bereich Politische Wissenschaften sind Europäischer Regionalismus und Wahlrechtsentwicklungen.

1 Kommentar

  1. Grüß Gott,
    dies hat gar nichts mit Gleichberechtigung von Mann und Frau zutun.
    Es geht hier um verkürzt ausgedrückt Gotteslästerung,
    Baphomet/Satan ~Vermischung von männlich und weiblich .

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