Knapp vor der Präsidentschaftswahl in den USA, tagt heute die amerikanische Notenbank Federal Reserve Bank (FED), der quasi heimliche Fadenzieher in Politik und Wirtschaft. Von der November-Sitzung werden aber keine weltbewegenden Richtungsentscheidung zu erwarten sein, ganz einfach weil man den Vorwurf der Einmischung in den laufenden Wahlkampf entkräften möchte. Dennoch könnte sich eine kleine Revolte unter den Gremiums-Mitgliedern anbahnen, stößt die destruktive Geldpolitik doch immer mehr Entscheidungsträgern auf.

Leitzins wird weiter niedrig bleiben

Die Angekündigte Zinsentscheidung wird nicht überraschen. Der Leitzins, welcher vergangenen Dezember zuletzt angehoben wurde, wird weiterhin bei einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent bleiben, obwohl die Argumente für eine Zinserhöhung zuletzt stärker wurden. Damit richtet sich die Strategie weiterhin gegen Sparer, die schleichend Enteignet werden, aber zugunsten der globalen Finanzinstitute und Staaten, denen wiederum Schuldenmachen leichter gemacht und deren Abbau als zu vernachlässigend präsentiert wird.

Oberflächlich will die FED natürlich damit unparteiisch wirken. Zu groß wäre die Gefahr, dass ihnen eine Zinsanhebung in irgendeiner Weise als politisches Signal ausgelegt würde, etwa als Hilfe für die regierenden Demokraten, da diese ja argumentieren, eine Zinserhöhung würde für eine gesunde Wirtschaft sprechen. Insgeheim betreibt die FED ihre katastrophale Geldpolitik, den negativen Einfluss auf andere Zentralbanken und die daraus resultierenden Schäden für die Welwirtschaft immer weiter voran (Abweichung von realer Wirtschaftsleistung, Wachstum durch und auf Schulden, Risikogeschäfte, Begünstigung von Blasenbildungen etc.). 

Clinton ist eine Wallstreet/FED-Kandidatin

Die oberflächliche Neutralität der FED entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Trugschluss. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ist auf einer Linie mit den Politiken der Federal Reserve und den Drahtziehern der Wallstreet. So äußerte Clinton im Zuge ihres Wahlkampfes, dass sie sich Kritik an der Politik der FED verbitte. Ein US-Präsident, schon gar nicht ein Aspirant auf das Amt, sollte die Arbeit der Zentralbank kommentieren. Man habe sie anscheinend willenlos zu akzeptieren. Diese Auffassung verwundert jedoch nicht, sind doch die letzten US-Präsidenten, die es wagten Kritik an der FED zu äußern, mit dieser nicht sonderlich gut gefahren.

“It is no secret that the Fed — a so-called independent central bank — leans left.” – Mises Institute

Bereits in der Vergangenheit äußerten sich FED-Vorsitzende, wie aktuell Janet Yellen, immer wieder positiv zu Kernforderungen der Demokraten (ungleiche Entlohnung, etc.). Zudem erhielt Hillary Clinton vier Mal mehr Spenden von FED-Offiziellen als jeder republikanische und andere demokratische Kandidat zusammen. Die Intentionen dahinter sind klar: Ein kontrollierter Kandidat wird der autonomen, unregulierten und gesetzlosen FED-Politik keine Gefahr bringen. 

Revolte gegen Yellen?

Die lockere Geld- und Schuldenpolitik wird also weitergeführt. Donald Trump, republikanischer Präsidentschaftskandidat, kritisierte dies erst jüngst, als der Notenbank vorgeworfen hat, den Zins künstlich niedrig zu halten, um (Noch-)Präsident Barack Obama und dessen völlig misslungene Fiskal- und Monetärpolitik zu unterstützen und auch zu decken. 

Den Notenbankern der FED fehlt ein angemessenes Verständnis der Wirtschaft, das wird schon seit langem augenscheinlich. Auch deshalb könnte es bald aber doch zu einer internen Revolte gegen Präsidentin Janet Yellen kommen. Innerhalb der FED herrscht nämlich längst keine Einigkeit über den Kurs der Geldpolitik mehr. Schon bei der letzten Sitzung haben drei der Entscheidungsträger im geldpolitischen Ausschuss gegen die Mehrheit und für eine Zinsanhebung gestimmt.

Wieder einmal verdeutlicht sich die destruktive Macht der FED. Daher sollte es in erster Linie die Aufgabe des neuen US-Präsidenten sein, diese Macht zu brechen, die Verwaltung der FED wieder in die Hände des Volkes zu legen und somit den Weg in ein neugestaltetes, tatsächlich für die Allgemeinheit dienliches Geldsystem bereiten. 


Die Betreiber von konterrevolution.at und derwondrak.at werden für alle interessierten Leser im März 2017 zwei Grundlagenwerke zu unserem Geldsystem, dessen Historie, den Problemen, sowie den Alternativen und Lösungen veröffentlichen. Also nicht verzagen, professionelle Hilfe ist in Sicht!

Beitragsbild: Day Donaldson/flickr (CC BY 2.0)

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