Freudig und doch von der breiten Öffentlichkeit ein ums andere mal nicht wahrgenommen, hat Tesla-Chef Elon Musk – ein Anhänger des sogenannten Transhumanismus – kürzlich seine Pläne für die neurale Verlinkung zwischen menschlichem Gehirn und den technischen Geräten unseres alltäglichen Gebrauchs unter dem Titel “Neuralink” präsentiert. Was bei den unbedarften Beobachtern vielleicht als ein logischer Schritt der Digitalisierung angesehen wird, also die Verschmelzung des ur-natürlichen Geistes mit der Künstlichkeit der maschinell-technischen Welt, sollte dem kritischen Bürger die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Denn der Transhumanismus, seine Ideen und die damit einhergehenden Möglichkeiten der totalen Kontrolle des Menschen sind im Mainstream angekommen und werden von der technikbegeisterten Welt und einem Großteil der unkritischen, weil massenmedial manipulierten, Jugend begeistert aufgenommen. Dabei geht es um nicht weniger als das Ende des freien Willens. Denn die Verschmelzung natürlicher mit künstlicher Intelligenz ist ein Vorgang, der nicht erforscht ist und quasi die Büchse der Pandora repräsentiert. Einmal geöffnet, wird es kein zurück mehr geben. 

Der Transhumanismus, eine gefährliche und unerkannte Ideologie

Eine lesenswerte Einführung in den Transhumanismus hat der in Wien tätige Künstler Mario Wondrak verfasst, die hier exzerpiert wird:

Nicht viele Menschen können mit dem Begriff Transhumanismus etwas anfangen. Diese Bewegung ist, als solches oder unter diesem Label, selten bis nie in den Mainstream-Medien oder im politischen Diskurs zu finden. Die Vertreter und Sympathisanten jedoch, sind beinahe jedermann bekannt. Die Protagonisten halten sich jedoch oftmals bedeckt und äußern sich nicht öffentlich zum Transhumanismus. An ihrem Engagement und an ihrer Haltung sind sie jedoch meist zu erkennen.

Die Grundsätze

Die Transhumanisten denken, dass die Einschränkungen, die wir als Menschen erfahren, durch Technologie überwunden werden können. Das reicht im Grunde von der Sehhilfe, über Gadgets, die z.B. unsere Muskelkraft verstärken, bis zur Überwindung der ultimativen Einschränkung: des Todes.

Die Endlichkeit des menschlichen Lebens wird im Transhumanismus als Herausforderung gesehen und die Lösung dieses Problems liegt in der Entwicklung geeigneter Technologie. Die Lösungsansätze selbst sind vielfältig und extrem, zumindest aus meiner Sicht,… doch dazu später.

Um besser einschätzen zu können, was Transhumanisten so denken und was diese Bewegung im Kern ausmacht, werden wir uns wieder den Anfängen zuwenden.

Die Anfänge

Der Begriff “Transhumanismus” wurde erstmals von Julian Huxley , einem britischen Philosophen, Biologen und Schriftsteller geprägt. Huxley war Mitbegründer und erster Direktor der UNESCO und hat mit seinen Verhaltensforschungen der darauffolgenden Generation des berühmten, österreichischen Forschers Konrad Lorenz, den Weg geebnet. Er war maßgeblich für die Verbreitung von Darwins Theorien verantwortlich, und nicht zuletzt Gründer des WWF.

Huxley

Huxley selbst bezeichnete sich als Humanist und Atheist, was aus heutiger Sicht etwas seltsam klingt, wenn man weiß, dass er von 1937 – 1962 als Präsident oder Vize-Präsident in der Eugenics Society tätig war. Diese Gesellschaft wurde gegründet um die Idee der Eugenik zu verbreiten. Das englische Wort “Eugenic” ist ein Kunstwort, das sich aus den griechischen Wörtern “eu” und “genos” zusammensetzt, die so viel wie gut oder besser, und Rasse bedeuten. Die Eugenik beschreibt demnach die Idee der guten oder besseren Rasse.

Eugenik und die schöne, neue Welt

Die Idee einer Herrenrasse ist nicht neu und war, nicht nur, in der damaligen Zeit, weit verbreiten. Wir erinnern uns an eine kurzfristig erfolgreiche Gruppierung in Deutschland, die großen Einfluss auf Europa hatte und ebenfalls dieser Philosophie folgte. Doch, wie gesagt, die Idee ist nicht neu, schon in der Antike waren dieselben Strömungen vertreten.

Interessant und am Rande zu erwähnen ist auch, dass Julian Huxley, der Bruder von Aldous Huxley war, der vielen von uns durch den Roman “Schöne neue Welt” bekannt sein sollte. Man könnte das Werk als Mutter aller heute so erfolgreichen dystopischen Blockbuster und Serien einordnen. In dem Roman werden Ideen, wie die Manipulation von Föten und Embryonen und die Indoktrinierung der Bürger von Kleinkind an, die Prägung in Kasten und die Konditionierung aller Kasten auf Konsum, Sex und die Droge Soma, die jegliche Fähigkeit zum kritischen Denken nimmt, thematisiert. Wenn man die westliche Welt, die Technologien und unseren modernen Lebensstil betrachtet, drängen sich große Parallelen zu Aldous Huxley´s Novelle auf.

Zufall oder Programm?

Wenn man bedenkt, dass der Roman schon im Jahre 1932 veröffentlicht wurde, und unsere Gesellschaft, nicht einmal 100 Jahre danach, auf dem besten Weg in ein ähnliches Schicksal ist, kann einem schon mulmig werden. Wenn man aber auch noch auf das Engagement von Aldous´ Bruder, Julian Huxley, im Bereich der Eugenik blickt, dann kann man nicht umhin, sich Gedanken zu machen, ob die Prophezeiungen der beiden nicht nur Zufälle waren. Vielmehr drängt sich die Frage auf, ob die beiden Jungs (und noch einige andere), an der Erfüllung dieser Prophezeiung nicht sogar gearbeitet haben bzw. Vorlagen dafür lieferten. An dieser Stelle wäre vielleicht wieder der richtige Zeitpunkt, die Huxley Brüder selbst zu Wort kommen zu lassen:

„Jedes Unternehmen, das so unrationell produzieren würde wie die Natur, wäre sofort pleite.“ – Julian Huxley

„Der Mensch ist eine in der Knechtschaft seiner Organe lebende Intelligenz.“ – Aldous Huxley

Sind wir schon so weit?

Zugegebenermaßen, sind die Zitate handverlesen, damit sie in den Kontext passen.. Wenn man andere Aussagen und Zitate der Brüder Huxley kennt, ist man stark versucht daran zu glauben, dass sie, zumindest in ihrem grundlegenden Weltbild, Humanisten waren. Betrachtet man den Zustand der heutigen Gesellschaft, die technologischen Entwicklungen, wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputer und Nanotechnologie, und die tiefgreifenden Veränderungen, die das Internet und die Entwicklung des PCs und der Smartphones mit sich gebracht haben, muss man sich aber fragen:

  • Was wäre. wenn die Bewegung, die in den 30er Jahren ihren Anfang nahm, bis heute fortbestanden hat?
  • Was wäre, wenn das Gedankengut der Eugenik umgesetzt wurde und wird, ohne dass uns die Umsetzung bewusst geworden wäre?
  • Was wäre, wenn wir, die anonyme Masse, schon auf dem Niveau sind, wo wir ähnlich wie in Huxley´s Werk “Schöne neue Welt” von klein auf indoktriniert werden, in Kasten geprägt und auf Konsum, Sex und Drogen geprägt werden?
  • War das Werk “Schöne neue Welt” von Huxley etwa gar kein dystopischer Roman sondern die Agenda?
  • Und sind einige der Ideen, die uns als liberal verkauft werden, wie Abtreibungen, Transgender, Sexuelle Revolution, Pornografie als Popkultur, etc… etwa nur effektive Mittel um die Punkte dieser Agenda durchzusetzen?
  • Sind wir etwa schon am Ende dieses Prozesses angelangt und stehen wir kurz vor der Umsetzung eines weiteren Punktes aus Huxley´s Werk, der Manipulation von Embryonen und Föten?

Interessante Fragen, denen ich mich nach und nach, in kommenden Beiträgen zum Thema Transhumanismus widmen werde. Im folgenden Beitrag wird es aber erstmal um das Weltbild und die Akteure gehen. Da werden wir uns genauer ansehen, wie die Jungs und Mädels im Transhumanisten Lager so drauf sind und mit wem wir es tatsächlich zu tun haben. Hier die Links zu den Beiträgen über die Akteure:

Zoltan Istvan – der politische Arm des Transhumanismus

Hier der Link zur Verfassung der Transhumanisten:

Die Verfassung der Transhumanisten

Hier der Link zu einer Auswahl an verwandten Beiträgen:

Leben wir in einer Simulation?

Elon Musk’s Gehirnchips

Nun scheint auch Elon Musk ein Mitspieler bzw. Vorreiter dieser illustren Runde der Transhumanisten zu sein. Immer wieder argumentiert der Tesla-Chef für eine Verschmelzung des Menschen mit der Maschine, unter dem fadenscheinigen Argument, damit wäre die unaufhaltsame Entwicklung der künstlichen Intelligenz bewältigbar. Musk geht nämlich davon aus, dass Maschinen ohne den Eingriff des Menschen durch die Verbindung mit ihnen, diesen irgendwann als Feind betrachten und ihn auslöschen könnten. Der Transhumanismus erscheint daher wie eine dringend benötigte Rettung, die einzige sogar, frei nach dem Mott: Wenn ich sie nicht besiegen kann, muss ich mich mit ihnen verbünden.

Offiziell will Musk nun mit Neuralink den entscheidenden und revolutionären Schritt in diese Richtung gehen. Ziel des neuesten Vorhabens ist es, die Kluft zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz zu überbrücken, indem winzige Chips in den Körper des Menschen implantiert werden, die sich mit dem Gehirn verbinden können. Auf einer Pressekonferenz am 16. Juli wurden Neuralinks fragwürdigen Pläne zum ersten Mal detailliert der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut Selbstbeschreibung zeigen sie eine “Zukunftstechnologie , die Menschen helfen könnte, mit Verletzungen des Gehirns oder des Rückenmarks umzugehen oder digitale 3D-Avatare zu steuern”. Mit dieser schwammigen, aber gut klingenden Umschreibung und unter Auslassung der möglichen missbräuchlichen Verwendung, will Musk vor allem eines erreich: Junge Nachwuchsforscher für sein Vorhaben und jene des Transhumanismus rekrutieren. Das hat schon immer am besten funktioniert, wenn man den Menschen die “Rettung der Menschheit” und gar eine Mitwirkung an dieser Mission verspricht. In folgendem Präsentationsvideo kann sich jeder selbst ein Bild der Vorhaben machen: 

Die Richtung ist jedenfalls klar und transparent vorgegeben: Die letzte Bastion der Freiheit soll vollends fallen. Und das unter Applaus. Mit implantierten und das Gehirn steuernden Chips kann der Mensch nicht nur rund um die Uhr mit Propaganda, Werbung und anderer Gehirnwäsche beschallt werden, er wird auch lückenlos überwacht. Man kann nachvollziehen und abbilden was er denkt, tut, plant, sich wünscht oder ablehnt. Maschinen und die nun zu “Daten” degradierten, ehemaligen Gedanken werden von auswertender Software gesteuert. Das alles kann wiederum von Staaten, Regierungen, Organisationen und Behörden gegen das Individuum verwendet werden. Kombiniert mit den schon jetzt erfolgreich getesteten Sozialkredit-Systemen, etwa in China, eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten der Steuerung und Versklavung. Ganz abgesehen vom weiter zunehmenden Druck der Selbstoptimierung und Entfremdung von der natürlichen Lebensrealität, die eine Verschmelzung mit künstlicher Intelligenz unweigerlich mit sich bringen. Es klingt wie ein schlechter Science-Fiction-Film, der schneller als wir denken können zur Realität wird.

Was bleibt also zu tun? Durch die Aufklärungsarbeit in diesem Bereich kann bereits aktiv Widerstand geleistet werden. Denn noch sind es wir Bürger, die sich freiwillig diesen Maßnahmen unterwerfen oder unterziehen bzw. Menschen wie Elon Musk als Visionäre und Philanthropen betrachten oder gar bewundern. In skandinavischen Staaten wie Schweden gibt es bereits eine große Mehrheit an Leuten, die sich freiwillig Mikro-Chips implantieren lassen würden, die Gehirnwäsche schreitet also voran. Lehnt dies der mündige und kritische Konsument allerdings strikt ab, verzichtet auf kurzfristige Bequemlichkeit und formuliert seinen Widerwillen auch politisch und gesellschaftlich, kann man Zeit und Freiraum gewinnen, sich also um Alternativen zu und Exitstrategien von derzeitigen Unterdrückungssystemen kümmern. Dazu zählt auch eine Reduktion der Verwendung künstlicher Intelligenz und Maschinen. Die Aufmerksamkeit ist jedenfalls besser bei sich selbst als in einem elektronischen Gerät aufgehoben. Sollten diese Dinge allerdings erst einmal staatlich verordnet werden, etwa eine implantierte E-Card als biometrischer Gesundheitsnachweis, sind wir mit ganz anderen Zwangsmechanismen konfrontiert, die auch andere Formen der Ablehnung und des Widerstandes erfordern werden. 

Artikelbild: GDJ/pixabay.com, gemeinfrei

Beitragsbild: Huoma/pexels.com, gemeinfrei

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