In Zeiten wo Denkmäler und Lehren „weißer Männer“, konservativ-libertärer Denker und abendländischer Philosophen linker Zerstörungswut und kultureller Umdeutung ausgesetzt sind, der Bildersturm also wieder Salonfähig wird – jüngste Beispiele erreichen uns nahezu täglich aus den USA – lohnt es sich einen Blick auf die liberal-libertäre Organisation „Fundación Base“ zu richten. Diese Vereinigung mit Sitz in Rosario, Argentinen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, staatliche Denkmäler und öffentliche Ehrbekundungen an den aus eben jener Stadt stammenden, kommunistischen Guerillakämpfer Ché Guevara zu verbannen oder zumindest auf die Problematik seiner Person hinzuweisen. Damit steht sie in ihrer Arbeit diametral dem progressiven Zeitgeist entgegen. Denn mit Denkmälern und Ideen linker Despoten hat die links-liberale Gesellschaft bekanntlich keine Probleme, seien sie nun von Ché, Lenin oder Mao Zedong. Die Diskurshoheit über die Ikonographie wird angegriffen.

Zur umstrittenen Person Guevara

Mit dem Aufstieg der populistischen Linken in Argentinien und generell ganz Südamerika vor einigen Jahren – mittlerweile befindet sich diese ja wieder im Niedergang – erlebte auch die Denkmalkultur einen Aufschwung. Land auf, Land ab wurde linken Ikonen in Form von Statuen, Büsten und Gedenktafeln gedacht. Finanziert ausschließlich durch den Staat, also Steuergelder. So auch in der zweitältesten Stadt Argentiniens Rosario, wo eine 13 Meter hohe Statue für Ché Guevara errichtet wurde. Grund genug für „Fundación Base“, dem entgegenzutreten. Alleine aufgrund der staatlichen Finanzierung von ideologischer Propaganda in der Öffentlichkeit.

Jene Menschen, die öfter über ihren politisch-ideologischen Tellerrand blicken, kennen nicht nur den militär-strategischen Weitblick, die soziale Ader und die Tapferkeit des marxistischen Guerillas Guevara. Sie wissen auch über seine totalitären und rassistischen Ansichten bescheid und seinen nicht unerheblichen Beitrag, Kuba in ein diktatorisch geführtes Land zu verwandeln (seit 1959: über 10.000 Ermordete, 80.000 Tote beim Versuch, die USA zu erreichen, 1.8 Millionen kubanische Auswanderer). Doch wer war die Person Ché Guevara, abseits linker Götzenverehrung, tatsächlich? Als Quelle können unter anderem seine Tagebücher dienen. Der gelernte Arzt stammte aus einer aristokratischen, dennoch verarmten Familie. In seiner Studienzeit wurde er bei einer Reise quer durch Lateinamerika mit Armut, Ungleichheit und Ausbeutung konfrontiert. Doch in jener Zeit war Ché noch kein Kommunist. Er war ein junger, abenteuerlustiger Mann, der nach einer Ursache für sein Handeln und Denken suchte. Bei seiner ersten Begegnung mit den Castro-Bürdern 1955 in Mexiko, wollte Guevara noch nach Europa weiterreisen. Seine Pläne änderten sich jedoch jäh, als er sich der „Befreiung Kubas“ anschloss.

Es war auch einzig und alleine die Zusammenarbeit mit den Castros, die ihm seinen Sieg im „revolutionären Krieg“ bescherte. Alle anderen marxistischen Revolutionsabenteuer Chés scheiterten kläglich und kosteten ihm letztlich auch das Leben. Wie auch immer, in seiner Kuba-Zeit war das Agieren des revolutionären Marxisten von Rücksichtslosigkeit und Gewalt durchzogen. Er exekutierte Menschen während Kampfhandlungen und auch noch danach (für mindestens 179 auch mitverantwortlich), als er von den Revolutionären bereits mit leitenden Positionen bedacht wurde. Ausführlich beschrieb Guevara diese Delikte, erläuterte auch vor den Vereinten Nationen, seine Regierung würde Menschen exekutieren, solange es nötig sei.

„Wenn ihr euch der Loyalität eurer Mitstreiter unsicher seid, dann ERSCHIEßT sie einfach!“

Und noch ein Faktum sei allen blauäugigen Ché-Verehrern präsentiert. Der „Commandante“ war für den Aufbau des ersten kubanischen Konzentrationslagers verantwortlich, in welchem Christen und Homosexuelle gefoltert und Umerzogen wurden. Dass „Hass“ für Guevara die „stärkste aller Mächte“ und Stalin einer seiner Vorbilder war, spricht für sich.

Auch als Politiker scheiterte der „Commandante“

In seiner Funktion als Industrieminister und Präsident der kubanischen Zentralbank scheiterte er ebenfalls. Unter seiner Ägide zertörte er den Wert des Peso nachhaltig und maßgeblich. Bis dahin war die Währung immer Gleichwertig gegenüber dem US-Dollar. Dies sollte sich zu Lasten der kubanischen Souveränität ändern. Auh schichtete er große Vermögenswerte um, in die Hände einer kleinen kommunistischen Bonzen-Elite. Als Industrieminister ließ er wiederum Schneeräumfahrzeuge für den karibischen Inselstaat anschaffen.

„Fundación Base“ startete nun die Aktion „Entfernt alle Tribute an Ché ‚Guevara“. Begonnen werden soll in Rosario. Die Stadtverwaltung soll alle öffentlichen Ehrbekundungen entfernen. Viele Politiker sträuben sich, auch aufgrund des touristischen Vermarktungspotentials durch den „Freiheitskämpfer“, die Aktion erhält aber auch viel Zuspruch. Wer Ché ehrt, soll auch mit den Schattenseiten dieses Mannes konfrontiert werden, so der Tenor. Der (Personen-)Kult, so die Organisation, sein nichts anderes als Geschichtsrelativierung. Ebenso habe Guevara nie etwas Nennenswertes für das Land Argentinien getan. 
Wie immer man auch zur Entfernung von Denkmälern, egal wem sie gewidmet sind, stehen mag. Öffentlicher Raum sollte nicht auf Kosten der Allgemeinheit, schon gar nicht zwangsweise über Steuern, mit ideologischen und politischen Statements in Form von Ikonenverehrung versehen werden. Privat soll jedoch jeder Mensch verehren und anbeten dürfen, wen er möchte. Ist es der Wunsch einer Gruppe, ein bestimmtes Denkmal zu errichten, hat diese auch die Kosten dafür zu tragen und für die Instandhaltung zu sorgen. Der Respekt vor anderen Denkmälern und den dadurch repräsentierten Ansichten, ungeachtet dessen ob sie einem gefallen oder nicht, muss oberste Priorität haben. 
 
Das Kratzen am Andenken dieser linken Ikone schlägt mittlerweile in Lateinamerika, aber auch der restlichen Welt, hohe Wellen. Eine eigene Petition wurde tausende Male unterschrieben, in sozialen Netzwerken wird hitzig über die Thematik diskutiert. Unterstützung kommt vor allem aus libertären Kreisen. Ganz in der Tradition Ché Guevaras verhalten sich seine postmodernen und progressiven Jünger. Sie verleumden die Taten Guevaras und diskreditieren die Tätigkeit von „Fundación Base“ als „neoliberal“, „neonazistisch“ und „faschistisch“, wünschen den Initiatoren eine kommunistische Diktatur, die sie „zum Verschwinden“ bringt…Der „karibische Taliban“ Ché hätte es nicht besser formulieren können.
 
Ideen für vorliegenden Beitrag u.a. von Foundation for Economic Education

Beitragsbild: sputnik/flickr (CC BY 2.0)

2 Kommentare


  1. Ich denke es ist in Deutschland ganz ähnlich :

    Wie sieht es in der Schweiz mit Linksextremer Gewalt aus ?

    Hier eine Grafik von Nachrichtendienst Bund kurz NDB genannt.
    https://www.schweizerzeit.ch/cms/

    Und hier der Artikel dazu.
    https://www.schweizerzeit.ch/cms/index.php?page=/news/die_verschwiegene_gefahr_von_links-3162

    2016 waren in der Schweiz die Linksextremen mit 60 Gewalttaten also 30 mal Krimineller wie die Rechtsextremen mit 2 Fällen.
    Ich muss ja hier nicht betonen das auch bei uns bei den rechten viel aufmerksamer gezählt wird wie andersrum.

Kommentieren Sie den Artikel