Bei diesem Fund der Woche möchte ich dem Leser einen Mann vorstellen, der es sich zur Aufgabe macht sich dabei zu filmen, wie er aus Materialien des Waldes einfache wie komplexe Dinge herstellt. Der YouTube-Kanal mit dem Namen „Primitive Technology„, des im australischen Dschungel tätigen Mannes, verzeichnet mittlerweile über 4 Millionen Abonnenten und die Videos eine Gesamtaufrufzahl von knapp 250 Millionen. Vielen Menschen ist es angesichts dieser Zahlen anscheinend ein grundlegendes Bedürfnis wieder mehr Wissen über den Umgang mit der Natur und den damit einhergehenden, unendlichen Wirkmöglichkeiten zu erfahren. Vor allem wenn man ein Leben in weit gehender Autarkie verfolgt und Selbstversorgerisch tätig sein möchte, sind die Anleitungen sehr hilfreich. Sie sind aber auch für alle jene von großem Wert, die ihre Ruhe und Zufriedenheit in der Natur, in der Einfachheit, nicht im Haben aber im Sein suchen.

Ein Haus aus Holz, Erde und Blättern

In seinem ersten Video zeigt uns der Mann im Dschungel, wie er eine stabile und dichte Behausung mithilfe der in der Umgebung vorfindbaren Materialien baut. Aus Ästen wird das Grundgerüst gezimmert, zum Einsatz kommt dafür eine aus Stein selbst gefertigte Axt. Blätter und Baumrinden dienen folglich als dichtes Dach. Mithilfe von Erde, Wasser und Feuer werden schließlich die Wände der Behausung verdichtet. Das Feuer macht sich der Mann selbst durch die Reibungshitze. Die ausgehärtete Erde ist sogar von so großem Wert, dass ein Kamin an das Haus angebaut werden kann.

Aber nicht nur das Errichten von diversen Behausungsarten wird auf diesem YouTube-Kanal vorgestellt. Auch der das Auffinden von Wasser, der Richtige Anbau von Nahrungsmitteln und deren Zubereitung oder das Basteln von diversen Waffen und Werkzeugen wird gelehrt. Ein angenehmes Detail: Die Videos kommen ganz ohne Sprache und Text aus. Die wortlose Vorführung genügt. 

Letztlich kann es den in der westlichen Welt sozialisierten und weitgehend von der Natur entfremdeten Menschen nicht Schaden, sich diese Techniken anzusehen und einzuprägen, ja vielleicht auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen nachzuahmen. Denn je unabhängiger der Einzelne von auf Abhängigkeit basierenden Systemen ist – seien es nun Staaten, die Konsumgesellschaft oder anderes -, desto größer ist auch die grenzenlose Freiheit. Gerade in Zeiten wo es Menschen in unseren Breitengraden beginnt wieder schlechter zu gehen, physisch und psychisch, wo der „Peak“ des ungebremsten Wachstums und Wohlstands längst überschritten wurde, globale Kriege drohen und Unterdrückungen auf vielen kleinen, subtilen Ebenen größer werden, kann durch die Aneignung solcher Fähigkeiten Freiraum geschaffen werden. Gerade hier auf Konterrevolution sollen dem Individuum daher neben Ideen und Informationen auch konkrete Handlungsanleitungen an die Hand geben werden. 

Die Natur hat mir nicht gesagt: Sei nicht arm!
Noch weniger: Sei reich!
Aber sie ruft mir zu: Sei unabhängig!
– Sébastien Roch Nicolas de Chamfort

Artikelbild: Pexels / CC0 License

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