Zürne nicht dem Geiste sondern folge seiner Freiheit,
denn in jedewede Richtung hat das Schicksal eines jeden die Antworten auf alle Fragen parat.
Versinke nicht in Lethargie, denn sie beraubt dich dieser Möglichkeit.

Wie kurz das Leben im Fleische ist, verdeutlicht uns der Wimpernschlag, der Schlaf, der Moment des Ein und Ausatmen. Verinnerlichen wir dies, kann Leben keine Qual sein. Im Gegenteil, es präsentiert sich als unendlicher Moment der Fülle und des Nichts.
Bedingungslos bietet es sich an.

Aus der Erde entstammt der Körper, in die Erde kehrt er zurück.
Aus dem Schoß der göttlichen Kreativität entspringt der Geist, in seinen Schoß kehrt er wieder zurück.
Aus der Symbiose beider entspringt unser Werden.
Ohne Willen und ohne Zutun.
Ohne Erwartung und ohne Ziel.

In die Ewigkeit wird unser Denken reichen, die Zeit ist hiermit nutzlos. Möge uns auch Leid und Wut begegnen, bleibt immer noch die Wahl ihrer Annahme oder Zurückweisung.

Nichts anderes als ein reaktives Streben verlangt somit das Göttliche.
Der modernen Seele jedoch, die Ozeane und Kontinente spielend überbrückt, ist nichts so unmöglich, wie die Verbindung zu den Seelen zu finden, die im Hause des Nächsten verweilen.

Lebt der Körper aber der reinen, ursprünglichen Seele entsprechend, wird ihm auch das irdische, das vergängliche, nichts anhaben können.

Der Geist ist nun kein Mysterium mehr sondern viel eher das verschollene Wissen, der Instinkt der Natur, die Quelle des Werden und Vergehens. Versuchen wir ihn ewig in dieselbe Richtung zu lenken, wird Zufriedenheit eine Illusion bleiben.

Er begegnet uns in der Stille, im Walde, auf dem Berge, in der Begegnung mit dem Tier, in den kurzen Momenten der bewussten Beobachtung, ebenso wie im Traume und dem spirituellen Gebet. 
Er ist der Fluss im Strom des Ganzen. Wohin er uns führt, bleibt alleine uns überlassen. Treiben wir dahin oder wollen wir riskieren zu ertrinken?

Eines sollte jedoch das als höchstes Gut der Strebsamkeit gelten, die Stille. Denn nur aus ihr kann Bescheidenheit und folglich Zufriedenheit entspringen.
Und was kann der Philosoph denn mehr von seinem Leben erwarten, als dem Geiste die Grundlage unbegrenzter Ausbreitung zu bieten?

Denn der letzte Gedanke bleibt immer der Ursprung des ersten Gedanken…

Beitragsbild: picccus/flickr (CC BY-ND 2.0)

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