Was erträgt ein Mensch um der Menschen willen?
»Der kaukasische Kreidekreis«, Drama von Bertolt Brecht (1944)

Dieser Frage nähert sich Bertolt Brecht in seinem Werk “Der kaukasische Kreidekreis” in einer simplen und ebenso augenöffnenden Art und Weise. Brecht bringt seinen Lesern eine von Musikern vorgetragene Erzählung über die Aufopferung einer guten Seele und die Abgründe einer dekadenten Gesellschaft näher. Eine Gouverneursfrau im Kaukasusgebiet lässt in Zeiten der Unruhe und Revolte ihren Säugling zurück, da ihr ihre teuren Kleider mehr am Herzen liegen. Dem Kind nimmt sich zunächst niemand an, doch eine Dienstmagd hat schließlich Erbarmen. Damit beginnt für die junge Dienstmagd eine seelische und physische Gratwanderung zwischen Ablehnung, Hoffnung und Schicksal. Wird sie das Kind retten können? Und wenn ja, wird es als ihres Akzeptiert und Anerkannt werden? Der Kreidekreis wird letztlich über das Schicksal des Kindes, der Magd und auch über den Zustand der Gesellschaft richten.

Beitragsbild: Rita Willaert/flickr (CC BY 2.0) Kaukasus – Armenien


Kommentieren Sie den Artikel