Ein Plädoyer für mehr Utopien!

The Day After Tomorrow, 2012, World War Z…Ich könnte diese Liste um hunderte Titel verlängern. Filme, die den Weltuntergang thematisieren, mal hervorgerufen durch Vampire, Zombies, Aliens, mal durch Supervulkane oder den Angriff von Killer Tomaten! Da gibt es realistische Szenarien oder eben Trash-Filme, aber alle haben sie den gemeinsamen Nenner der Apokalypse in ihrer Handlung.

Ich wollte bei meiner Kritik eigentlich auf das immense Ungleichgewicht zwischen Utopien und Dystopien hinaus, doch zuerst muss eine Begriffsklärung her! Ich habe mich über das Wort Apokalypse schlau gemacht und finde, dass es wie einige andere Wörter in unserem Sprachgebrauch (“radikal”, “merkwürdig”, usw.) nicht im richtigen Kontext verwendet wird.
Apokalypse stammt aus dem griechischen und bedeutet “Enthüllung” – oder wörtlich übersetzt “die Entschleierung”! Und in diesem Kontext bleiben nur sehr wenige Filme übrig, denen ich eine gesellschaftliche Enthüllung, eine Entschleierung attestieren würde.

Hervorzuheben wäre hier die Matrix-Reihe. Oder John Carpenter und die gesamte Arbeit von Kultregisseur Oliver Stone. Doch all diese Werken bestätigten wieder die Diskrepanz zwischen Utopien und Dystopien! Ich weiß, mit Leid und Katastrophen lässt sich in dieser Welt einfach mehr Geld verdienen…Aber wie man Geld sparen kann, das zeigt der ohne multimillionen Dollar-Budget und mit keinerlei CGI-Spezialeffekten auskommende “Grüne Planet” aus dem Jahr 1996. Mit einem Minimalbudget, dafür aber mit einem hervorragenden Drehbuch und eben solchen Schauspielern, hält Regisseurin und Hauptdarstellerin Coline Serreau unserer Gesellschaft den Spiegel vor! Und das tut Sie manchmal auf eine etwas alberne weise, manchmal einfach nur zum Fremdschämen…aber immer mit einem Finger in einer offenen Wunde. Die eine Stimme im Kopf, die uns über unser Miteinander nachdenken lässt wird in dieser Science-Fiction-Komödie bedient. Doch nicht wie die Werke, die ich oben erwähnt habe, ohne Ausweg direkt in die Dystopie, nein sie zeigt uns eine Welt, die nicht erst in tausenden von Jahren auf einem fernen Planeten möglich ist!- Sie zeigt, dass es auch jetzt schon Alternativen gibt, die einfach nur gelebt werden müssen! Und auch wenn ich wie ein Träumer klingen mag, wir haben in unserem Alltag schon mit genügend Dystopien zu kämpfen. Daher bitte mehr vom grünen Planeten!!

Der grüne Planet (99 Min.) – Regie Coline Serreau (1996, Frankreich)

Beitragsbild: marc-hatot/Pixabay, gemeinfrei


Diese Filmkritik wurde vom in Wien tätigen Autor und freischaffenden Künstler Zeljko Galic geschrieben. 

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