Vom Recht auf und über sein eigenes Leben

Ein tiefgehender iranischer Film über die Freiheit der Entscheidung, einer gesellschaftlich fundamental empfundenen Entscheidung: Den Selbstmord. Der Protagonist Badii, vermutlich ein Iraner um die 50 Jahre, hat sich entschieden seinem Leben aus freien Stücken ein Ende zu setzen. Die Gründe dafür erfährt der Zuschauer nicht, daher überlässt es der Film jedem Selbst sich darüber Gedanken zu machen. Ein subtiles Spiel mit den eigenen Gedanken an ein selbst beendetes Leben, die jeder Menschen im Laufe seines Lebens einmal hatte.

Um den Selbstmord auch “würdig abzuschließen”, möchte der Protagonist in einem ausgehobenen Grab, an einem Baum auf den Hügeln Teherans, letztlich nur mehr zugeschüttet werden. Dafür benötigt er aber die Hilfe eines anderen Menschen. Eines Menschen der gewillt ist bei einem Selbstmord mitzuhelfen. Um solch einen Menschen zu finden, will Badii denjenigen auch finanziell großzügig entschädigen. Die Suche erweist sich im Laufe des Filmes als äußerst schwer, da niemand die Gründe des Selbstmordes nachvollziehen kann oder den Akt an sich aus Glaubensgründen ablehnt. Jeder potentielle Gehilfe möchte den Protagonisten von seinem Vorhaben abbringen.

Schließlich findet Badii einen alten Mann, der gewillt ist ihm den Gefallen zu tun und sich als Totengräber zu betätigen. Im  Morgengrauen soll er zu dem Grab gehen und den toten Protagonisten eingraben. Auch der alte Mann versucht Badii umzustimmen, erzählt ihm von seinen jungen Jahren als er selbst kurz vor dem Freitod stand. Als einziger weckt er in dem Protagonisten Zweifel. Ob der Protagonist diesen Zweifeln nachgibt oder doch seinem Plan folgt und welche Rolle dabei der Geschmack von Kirschen spielt…

Der Geschmack der Kirsche (95 Min.) – Regie Abbas Kiarostami (1997, Iran)

Beitragsbild: David Stanley/flickr (CC BY 2.0)


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