Trotz zuletzt sich häufender Krisen innerhalb der BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Ölpreisverfall, politische Unruhen, negative Wachstumsraten), wird der wirtschaftspolitische Schulterschluss der fünf Schwellenländer nach dem „Brexit“ und dem schleichenden Niedergang der Europäischen Union bekräftigt.

Russland und China als globaler Stabilitätsfaktor

Zuletzt trafen sich der russische Präsident Vladimir Putin und sein chinesisches Pendant Xi Jinping um engere strategische Kooperationen zu besprechen, vermieden aber eine direkte Bezugnahme auf das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. Dabei ging es um das Ende der Dollar-Hegemonie, ebenso wie um eine russisch-chinesische Freihandelszone. Bekräftigt wurde auch die Wichtigkeit der Partnerschaft beider Großmächte für die regionale, aber auch globale Sicherheit.

Die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten nimmt, auch Aufgrund der Partnerschaft innerhalb der BRICS, seit Jahren zu. Neben dem Energiesektor, wollen beide gerade im High-Tech Bereich noch mehr investieren und forschen lassen.

Schließlich wurde auch die Notwendigkeit der Kooperation und Koordinierung auf internationaler Ebene von Putin gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua herausgestrichen.

„Allein die Tatsache, dass China und Russland heute in der internationalen Arena interagieren, sei ein Stabilitätsfaktor in internationalen Angelegenheiten. Neben der Kooperation in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, arbeiten wir in der BRICS-Gruppe zusammen, die wir in der Tat zusammen ins Leben gerufen haben. Wir arbeiten auch in der UNO aktiv zusammen.“

Brasilien plant mit BRICS

Viele Analysten sahen aufgrund der innenpolitischen Krise in Brasilien und dem vergleichsweise schwachen Wachstum, bereits das Ende der brasilianischen BRICS-Ära eingeläutet. Doch die Gemeinschaft eröffnet dem lateinamerikanischen Land einen direkten und institutionalisierten Zugang zu den führenden politischen Vertretern in Peking, Neu Dehli, Johannesburg und Moskau. Alleine China und Indien steuern 40 Prozent des globalen Wachstums bis 2020 bei, so der IWF. Asien wird also der Zukunftsmarkt Brasiliens, aber auch Südafrikas, werden. Als Gründungsmitglied der „Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB)“ und der BRICS-geführten „New Development Bank“, ist Brasilien an vorderster Front, wenn es um alternative und nicht von der globalen, dollarabhängigen Finanzelite gesteuerte Institutionen geht. Dies alles verhilft dem Land zu einer bedeutenden, global-strategischen Präsenz.

Erst kürzlich verlautbarte der brasilianische Sekretär für Außenhandel, Daniel Marteleto Godinho:

„BRICS is a fundamental platform for not only Brazil but all our five countries to the world.“

Informationen aus Südafrika zufolge, soll die Arbeit der New Development Bank bereits im zweiten Quartal 2016 aufgenommen werden. Vor allem der afrikanische Kontinent erwartet sich via der Entwicklungsbank faire Investitionen und Konditionen. Daneben sind auch eigene Ratingagentur in Planung.

Die strategische Achse der BRICS verdeutlicht sich auch in anderer Hinsicht. Rund um den Streit im südchinesischen Meer, verdeutlichte Südafrika seine Unterstützung für China in dem Grenzdisput. Zu guter Letzt veranstaltet Indien den ersten „Jugendgipfel“ für alle BRICS-Staaten in der Stadt Guwahati.

Beitragsbild: GovernmentZA/flickr (CC BY-ND 2.0)

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