Am Donnerstag “dürfen” erstmals in der Geschichte der Europäischen Union Bürger eines Mitgliedstaates, nämlich Großbritannien, über einen möglichen Austritt aus dieser Abstimmen. Bis vor kurzem waren laut Umfragen die Befürworter des “Brexit”, also jene, die für den Austritts Großbritanniens aus der EU sind, klar in Führung, kurz vor der Abstimmung zeichnet sich aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Doch  ist diese Abstimmung nicht bereits von Beginn an beschlossene Sache für einen EU-Verbleib? Es mutet zumindest schwer an zu glauben, dass die in Europa und den USA herrschenden Eliten das Risiko der Selbstbestimmung eines Staates riskieren werden. Beispielhaft dafür wäre etwa die Stimme der Finanzindustrie in der City of London, welche sich klar für einen EU-Verbleib ausspricht. Es könnte ja immerhin passieren das die Börsen nervös reagieren und man Milliarden verliert.

False-Flag Attentat zugunsten der EU-Befürworter?

Zwei von drei Erhebungen sehen am Donnerstag die EU-Befürworter, angeführt vom britischen Premier David Cameron, vorne. Eine dritte Umfrage räumt den Austrittsanhängern den Sieg bei der Abstimmung ein. Laut The Daily Telegraph würden 53 Prozent der Briten für einen Verbleib in der Staatengemeinschaft stimmen, und 46 Prozent dagegen. Eine Online-Umfrage für die Times sieht das Verhältnis mit 44 zu 42 Prozent zugunsten des “Brexits”. Bei diesen Unsicherheiten kann man kein Risiko eingehen. Wird es schwer an der Urne oder bei den späteren Auszählungen zu tricksen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, muss man sich eben andere Dinge einfallen lassen.

Daher könnte ein tödliches Attentat vergangene Woche auf die Lokalpolitikerin und Labour-Abgeordnete Jo Cox, den entscheidenden Sieg bei der Abstimmung für die EU-Befürworter gebracht haben. Da die Politikerin öffentlich gegen den “Brexit” eintrat, missbrauchte man ihre Ermordung, um sie einem “psychisch labilen Anti-EU Täter” in die Schuhe zu schieben und gleichzeitig vor den “Brexit-Befürwortern” zu warnen. Genaue Hintergründe zu dem Täter gibt es jedoch nicht, die Polizei hält sich bedeckt. Die Folge des Attentates war jedoch für die Eliten ein willkommenes: Die öffentliche Meinung drehte sich zugunsten eines EU-Verbleibs. Sollte sich herausstellen, dass dieser Anschlag von EU-Befürwortern organisiert wurde, um so die Stimmung im Land gegen einen Brexit zu drehen, wird es jedenfalls schon zu spät sein. Denn die Ermittlung werden wohl kaum vor Donnerstag abgeschlossen sein.

Dänen fordern ebenfalls Abstimmung über EU-Verbleib

Während in Großbritannien also sämtliche Eliten für einen Verbleib in der EU mobilisieren, mischen sich auch andere europäische Staaten in die Abstimmung ein. Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos bezeichnete das Referendum gar als “Fehler”, da man damit “die Büchse der Pandora” geöffnet habe. Das Volk zu befragen sei eine unsinnige und störende Sache, so der O-Ton. Anders sieht das die rechts-konservative dänische Volkspartei (DF). Sie forderte eine Abstimmung über den Verbleib Dänemarks in der EU, sollte es zu einem “Brexit” kommen. “Dann will ich eine Volksabstimmung haben, um zu klären, ob Dänemark sich so eine Lösung wünscht”, sagte Kristian Thulesen Dahl, Chef der Volkspartei. Dänemarks Befürchtung: Nach einem “Brexit” wird das Land als “Nicht-Euro”-Mitglied in Brüssel enorm unter Druck gesetzt, was wiederum zukünftige Verhandlungspositionen schwächt.

Beitragsbild: Mussels/flickr (CC BY-ND 2.0)

Kommentieren Sie den Artikel