Die Tage rund um den 12. September 1683 waren mitunter die wichtigsten für das christlich geprägte Europa und dessen Fortbestehen. Nach Jahren des Krieges gegen die immer tiefer in den Kontinent eindringenden, muslimischen Osmanen, gelang es einer christlichen Allianz unter Polen-König Jan Sobieski III. die plündernden und mordenden Horden unter Kommando des Großwesirs und Paschas Kara Mustafa zurückzudrängen und schließlich in die Flucht zu schlagen.

In Europa, gerade aber in Österreich, verschwindet dieser glorreiche Sieg und die damit einhergehende Bedeutung des Widerstandes für die Erhaltung der eigenen Kultur jedoch zusehends aus den Geschichtsbüchern, der öffentlichen Debatte und somit auch aus dem Bewusstsein heranwachsender Generationen. Werfen wir daher einen nostalgischen, politisch nicht korrekten, Blick auf die Geschehnisse und die Auswirkungen der zweiten „Türkenbelagerung“.

Die osmanischen Träume vom europäischen Kalifat

So wie heute viele radikale Muslime weltweit mehr denn je von einem europäischen Kalifat unter muslimischer Herrschaft fantasieren, taten sie dies bereits auch im 16. und im 17. Jahrhundert. Damals war das Osmanische Reich tonangebend in der muslimischen Welt, primär in Bezug auf die Expansion dieser Kultur. Nach Eroberungsfeldzügen in Nordafrika und dem Mittleren Osten, führte der Weg unweigerlich nach Europa. Der blutige mohammedanische Weg gen Westen datiert dabei aber bis zum Ende des oströmischen Reiches und Konstantinopels zurück. Seither drang der Islam immer tiefer in Europa ein, schließlich bis vor die Tore der Christenbastion Wien.

Im Jahr 1529 konnte die erste verheerende Belagerung durch das osmanische Heer abgewehrt werden. Doch die Osmanen standen 1683 wieder vor den Toren Wiens und waren diesmal überzeugter denn je, die Habsburger-Stadt einzunehmen und das Kreuz auf dem Stephansdom durch den Halbmond zu ersetzen. Der erkämpfte Weg bis Wien war dabei von enormer Brutalität und Leid geprägt. Das osmanische Heer verwüstete weite Landstriche auf dem Balkan, in Siebenbürgen und in Ungarn, tötete und lynchte sämtliche Männer und Buben, versklavte die Frauen und Mädchen. Ganze Landstriche wurden entvölkert und geplündert, die wenigen Überlebenden verhungerten meistens. Dieser rasche Vormarsch gelang den Osmanen, weil die christlichen Regenten des Balkans zerstritten waren und sich nicht zu einer bedeutenden Gegenwehr zusammenschließen konnten.

Relief of Vienna 1683 - Wien Museum - 2 (photo by Andrew Nash).jpgObwohl Papst Innozenz XI. (1611-1689) sämtliche christliche Herrscher Europas zum Kampf gegen die Osmanen aufrief, verhallte der Appel bei den meisten Regenten, da Wien damals ein uninteressanter Randschauplatz war und sich Europa auf die angespannte Lage in Spanien konzentrierte (es folgte der Erbfolgekrieg). So auch bei dem französischen Kaiser Ludwig XIV. Dessen Pläne sahen ein durch die Osmanen besiegtes oder weitgehend geschwächtes Kaiserreich Österreich vor, dass sich der Franzose leicht einverleiben konnte. Lediglich die Venezianer und Jan Sobieski III. aus Polen erhörten den Aufruf des Papstes zur Rettung des christlichen Europas. Sobieski musste jedoch gegen den Widerstand Frankreichs, einem engen Verbündeten Polens, ankämpfen. Das Heer des lothringischen Herzogs Karl V. war zwar wesentlich größer als das des Polenkönigs, aber diesem wurde als ranghöchstem Aristokraten der Oberbefehl über die alliierten Streitkräfte gegeben. Schließlich konnte Polens Herrscher mit Hilfe des Vatikans in Richtung Wien aufbrechen.

1683 – Die zweite Belagerung Wiens

Kara Mustafa stand da bereits im Juli mit einem 140.000 Mann zählenden Heer, unterstützen von muslimischen Truppen aus Malaysia, vor den gut befestigten Mauern Wiens, wo sich der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Leopold I., mit 11.000 Soldaten und 5.000 freiwilligen Bürgern auf eine langanhaltende Belagerung einstellte. Anfang September stand es schlecht um Wien. Die verbliebene Bevölkerung litt aufgrund des Belagerungszustandes Hunger. Die Stadt wurde zudem immer wieder bombardiert (etwa die heilige Messe im Stephansdom am 1. August) oder von Truppen die sich unter der Stadtmauer durchgruben angegriffen. Kurz vor dem Fall der Stadt erreichte jedoch das polnische Heer (40.000 Mann aus Polen, Venedig und dem Vatikan) Wien und stürmte vom Kahlenberg aus auf die muslimischen Besatzer.

Hier erwies sich Kara Mustafa (zum Glück) als unfähiger Feldherr, da seine Taktik die Stadt mit einem Großteil der Truppen via Tunnel zu erstürmen, anstatt diese gegen das polnische Heer kämpfen zu lassen, kläglich scheiterte. Die gefürchteten Husaren-Reiter mähten die Flanken der Osmanen nieder. Binnen 3 Stunden war die Schlacht geschlagen, das osmanische Heer zog sich panisch zurück, auch weil die verbliebenen Truppen in Wien unter Führung Graf Starhembergs einen Gegenangriff starteten. Feldherr Kara Mustafa bekam seine gerechte Strafe und wurde noch im selben Jahr in Belgrad exekutiert. Bis 1688 wurde ein Großteil des östlichen Reiches der Habsburger wieder zurückerobert.

Durch den von Ludwig XIV. angezettelten pfälzischen Erbfolgekrieg, verlagerte sich der Truppenschwerpunkt jedoch wieder nach Westen, weshalb die Osmanen wiederum erstarkten. Erst der ehrwürdige, „edle Ritter“ Prinz Eugen konnte mit seinen endgültigen Siegen über die Osmanen dauerhafte Grenzen ziehen und den Frieden von Karlowitz 1699 herbeiführen. Vorübergehend…

Die Rettung des Abendlandes aus heutiger Sicht

Aus heutiger Sicht fällt der glorreiche Sieg über die Osmanen der politischen Korrektheit zum Opfer. Man darf nur nicht zu offen und freudig über das Jubiläum vor 333 Jahren berichten, geschweige denn dieses feierlich begehen, denn man könnte die mittlerweile in ganz Europa in beträchtlicher Anzahl befindlichen Türken, als Nachfahren der Osmanen, vergrämen. Auch die Wörter „islamophob und rassistisch“ fallen im Zuge des Diskurses immer wieder. Im Geschichtsunterricht fehlen diese wichtigen historischen Ereignisse daher bereits weitgehend. Der Sieg des christlichen Abendlandes und die Bewahrung der europäischen Kultur haben eben keinen Platz mehr in einem links-liberalen, progressiven und neoliberal ausgerichteten Gesellschaftssystem. Hier zählen nur Multi-Kulti, realitätsferne und verfälschte Geschichtsaufarbeitung und Kulturrelativismus, samt einer medial und politisch forcierten Ablehnung jeglicher Tradition, Kultur und Werte.

Auch die sehr linkslastige katholische Kirche in Österreich, ist mehr darum bemüht den Sieg über die muslimischen Heere unter den Teppich zu kehren, als diesen würdig zu feiern. Dabei ist es seit Papst Innozenz XI. üblich, das Fest Mariä Namen am 12. September in Gedenken an dieses historische Ereignis zu feiern. Angesichts der zunehmenden Islamisierung Europas, sprechen mittlerweile viele Kritiker bereits von einer dritten, diesmal auch erfolgreichen, „Türkenbelagerung“. In der Türkei wird übrigens jedes Jahr die bestialische Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen festlich begangen. Dies ruft natürlich keinerlei Kritiker aus dem verlogenen politischen Konglomerat der europäischen Politiker- und Zivilgesellschaftskaste auf den Plan.  Merke: Christen sind per se böse, Muslime gut, da immer Opfer.

Das Andenken muss hochgehalten werden

Zum Glück bleiben uns wenigstens noch Sagen, Kunstwerke und die über 200 Gedenkstätten, alleine in Wien, die an die heldenhafte Befreiung der Stadt vor über 300 Jahren erinnern, erhalten. Aus dem Metall der eroberten, osmanischen Kanonen wurde beispielsweise die alte Pummerin für den Wiener Stephansdom gegossen.

Denkmal Stephansdom

Türkenbefreiungsdenkmal im Wiener Stephansdom

Der Sieg gegen die Osmanen bescherte Österreich letztlich noch eine goldene Zeit unter der Regentschaft der Habsburger bis zum Jahr 1914.

Wie die konservative Seite Gates of Vienna anmerkt:

„Now, more than three hundred years later, the Islamic tide has returned. This time the “grandchildren of the Ottomans” have entered the European heartland unopposed, invited and welcomed by European leaders eager to submit to them.“

Es liegt nun an uns das Andenken an die Helden von 1683 aber auch 1529 hochzuhalten. Sie sind Teil unserer Kultur und unserer Geschichte. (Ein Beispiel ist etwa die katholisch-österreichische Landsmannschaft Starhemberg, welche am 12. September 1933 in Gedenken an den Wiener Stadtkommandanten und Verteidiger Wiens bei der Zweiten Türkenbelagerung, Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg, gegründet wurde und noch heute erfolgreich besteht). Ohne die Helden von damals würde Europa heute ein anderes sein, auch wenn die Zeiten wieder Dunkel zu werden scheinen…

Artikelbild: By Andrew Nash from Vienna, Austria – Relief of Vienna 1683 – Wien Museum – 2, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38470559

Beitragsbild: Jan Matejko – „Jan III. Sobieski bei Wien“, 1883, gemeinfrei

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